Studieren ohne Abitur - Mehr Durchlässigkeit in der Hochschulbildung

Studieren ohne Abitur - Der Bologna-ProzessMehr Durchlässigkeit in der Hochschulbildung

Studieren ohne Abitur!

Der Bologna-Prozess - Eine gemeinsame Hochschulpolitik für die EU

Mit dem 1999 beschlossenen Abkommen, bis 2010 einen einheitlichen Hochschulraum zu bilden haben sich die Mitgliedstaaten der EU unter dem Begriff Bologna-Prozess zu mehr Zusammenarbeit an einer gemeinsamen Hochschulpolitik geeinigt.

Das Ziel einer besseren Vergleichbarkeit der nationalen Studienabschlüsse, unter anderem mit Hilfe einer Einführung von europaweit gültigen Kreditpunktsystemen, ist wichtiger Teil der Hochschulreform. Daneben sind Flexibilisierung sowie Durchlässigkeit zwischen Berufsbildung und einem Hochschulstudium angestrebte Punkte des Abkommens.

Die Schwierigkeiten für Deutschland bei der Umsetzung des Bologna-Prozesses begründen sich in den stark segregierten Strukturen der Hochschul- und Berufsbildung. Als bevölkerungsreichster und wirtschaftlich führender Mitgliedstaat der EU liegen die Ausgaben für berufliche Bildung in Deutschland wesentlich höher als der Bildungsetat für Hochschulen. Der Grund dafür ist Deutschlands dreigliedriges Schulsystem, das eine Quote von nur 28 Prozent an Abschlüssen aufweist, die zu einer Hochschulausbildung berechtigen (EU Durchschnitt: 31%, Zielvorgabe für 2020: 40%). Somit steht eine traditionell stark geförderte berufliche Bildung außerhalb von Hochschulen in Betrieben und Unternehmen im Vordergrund. 

Hochschulbildung in Deutschland

Demographischer Wandel und Fachkräftemangel in Industrie und Wirtschaft sind jedoch Bewegründe für Reformen auch in der nationalen Hochschulpolitik. Neben Entwicklungen im ganzen europäischen Raum stellen sich Universitäten und Fachhochschulen immer mehr auf größere Durchlässigkeit in der Hochschulpolitik, Hochschulzulassungen für Quereinsteiger und die Möglichkeit des Studierens ohne Abitur ein.

Arbeitsteilung und Spezialisierung, die wachsende Komplexität und Wissenschaftlichkeit in vielen Berufsbereichen sowie die Notwendigkeit einer regelmäßigen beruflichen Weiterbildung sind Punkte, die in erster Linie gegen ein Studieren ohne Abitur und einer deshalb fehlenden Fachqualifikation zu sprechen scheinen.

Dass aber die Förderung der Politik der Hochschul- und Berufsbildung immer wichtiger wird, steht angesichts dieser Entwicklungen nicht mehr in Frage. Die größten Schwierigkeiten für ein Studium ohne Abitur in Deutschland stellt jedoch die mangelnde Anerkennung alternativer Qualifikationen dar, wie beispielsweise einer abgeschlossenen Berufsausbildung. 

Dabei sind mit einer erhöhten Durchlässigkeit der Hochschulbildung auch Vorteile verbunden, die auf den ersten Blick nicht besonders hervorstechen mögen. Wichtigster Punkt ist sicherlich die berufliche Bildung sowie Lebens- und Praxiserfahrung aus der Arbeitswelt, die neben „rein theoretischem“ Wissen aus der Schule von großer Bedeutung ist. 

Daneben sind persönliches Interesse zu einem gewissen Fachgebiet sowie eine mögliche spätere persönliche Interessensfindung und Reifeentwicklung wichtige Aspekte, die für ein Studium ohne Abitur sprechen. Wer im Anschluss an eine Ausbildung den Weg einer Weiterbildung an einer Hochschule einschlägt, wird sicherlich den nötigen Ehrgeiz haben dieses auch durchzuziehen.

Studieren ohne Abitur - WeiterbildungenStudieren ohne Abitur –  Weiterbildungsmöglichkeiten

Der Blick in andere Mitgliedstaaten der EU bestätigt es. Studieren ohne Abitur ist nicht nur möglich, sondern in vielen Fällen sogar die Norm. Im wirtschaftlich erfolgreichen Schweden etwa hat mehr als 1/3 aller Studierenden keinen „klassischen Hochschulzugang“. Auch in Österreich ist Studieren ohne Abitur bereits in vielen Fällen die Regel.

Aber auch in Deutschland sind die Möglichkeiten für ein Studium ohne Abitur im Wachsen.

Der Kompetenz-Transfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft wird bereits von einer Vielzahl an Weiterbildungsanbietern zur Verfügung gestellt. Angebote für ein Studium ohne Abitur finden Sie beispielsweise in den Bereichen Management und Unternehmensführung, Wirtschaft, Finanzen & Versicherungen oder MBA. Einen Überblick über diverse berufsbegleitende Bachelor- und Masterstudiengänge können Sie sich hier verschaffen.

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