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Gender Diversity Teil 2: Mehr Produktivität durch Schließung des Gender-Gaps

Gender Diversity Teil 2: Mehr Produktivität durch Schließung des Gender-Gaps

Gender Diversity Teil 2: Mehr Produktivität durch Schließung des Gender-Gaps

Interview mit der PROAKTIV-Management-Trainerin Sabine Sieger

Wie können Frauen in Führung gehen und wie profitieren Sie als Unternehmen davon?

Im ersten Teil unseres Themen-Beitrags haben wir das Thema Gender Diversity, also die Gleichstellung der Geschlechter in Unternehmen unter den aktuellen, statistischen Gesichtspunkten betrachtet. Knapp ein Drittel der Führungspositionen sind laut aktuellen Erhebungen von Frauen belegt. Doch welche Themen beschäftigen Unternehmen und ihre Mitarbeiter hinsichtlich des Themas Gender Diversity in der Management Ebene und welche Führungskompetenzen sind in der heutigen Zeit besonders gefragt? Um dieses Thema in Bezug auf die Praxis näher zu beleuchten, haben wir unsere PROAKTIV Master-Trainerin Sabine Sieger nach ihrer Expertise gefragt und welche Themen in ihren Trainings immer wieder zu Sprache kommen.

PROAKTIV: Frau Sieger, als PROAKTIV-Trainerin und zertifizierter systemischer Coach trainieren Sie seit über 25 Jahren Führungskräfte und haben persönlich Führungserfahrungen. Sehen Sie genderspezifische Unterschiede bei den Führungsstilen und der Kommunikation? Wer ist besser? Männer oder Frauen?

Sieger: (lacht) Ihre Frage „wer ist besser“ klingt nach einem Wettkampf. Ich hoffe, dass wir diesen nicht mehr geschlechtsspezifisch führen, sondern leistungsbezogen, um gemeinsam Meisterschaften zu gewinnen. Heute ist erfreulicherweise vermehrt der persönliche Führungsstil mehr im Fokus als zum Beispiel das Geschlecht, Alter oder die Nationalität. Es werden Anforderungsprofile für Führungskräfte seitens der Unternehmen definiert und nach Stärken sowie ausbaufähigen Kompetenzen geschaut. Schön ist wahrzunehmen, dass die Sozialkompetenzen mehr Bedeutung erlangen als die reinen fachlichen Fähigkeiten.

PROAKTIV: Was bedeutet das konkret für Ihre Trainings? Wie setzen Sie das um?

Sieger: Unsere PROAKTIV Trainings und Coachings setzen genau hier an. Wir trainieren die Erfolgsfaktoren der einzelnen Führungsinstrumente und arbeiten auf der Verhaltensebene am persönlichen bewussten Führungsstil sowie an der Einstellung. Wir nutzen hierfür neben gezielt ausgewählten Tools zum Beispiel die LIFO®Methode. Mit dieser Methode regen wir die Führungskräfte zur Selbstreflexion an und steigern gleichzeitig die Toleranz gegenüber unterschiedlichen Persönlichkeiten.

PROAKTIV: Durch die digitale Transformation befinden sich Unternehmen im Wandel. In welche Richtung haben sich die Erwartungen an die Zusammenarbeit verändert?

Sieger: Die Digitalisierung lässt die Welt enger zusammenrücken, insbesondere durch die Corona-Lage. Die hybride Arbeitswelt stellt erweiterte Anforderungen an das Management. In der volatilen Wirtschaftswelt ist die Kompetenz als Changebegleiter und -initiator mehr im Fokus. Die vielfältigen Unterschiede der mobilen Arbeitssituationen und familiären Rahmenbedingungen erfordern von der Führung ein Stück weit auch Fähigkeiten eines Coaches und mehr den Blick auf den Menschen als Individuum zu haben. Der situative Führungsstil ist hier gefragt.

PROAKTIV: Was bedeutet es situativ Menschen zu führen?

Sieger: Dersituative Führungsstilbedeutet, dass ich als Führungskraft ein Teammitglied je nach Thema und dazugehörigen Kenntnissen unterschiedlich führe. Daher gilt es als Führungskraft, sein Bewusstsein für verschiedene Führungsstile zu schärfen und diese professionell und situativ anwenden zu können. Voraussetzung dafür ist möglichst viele Kenntnisse über seine Mitarbeiter zu haben, sich für den Menschen zu interessieren und ihn gezielt zu befähigen und weiterzuentwickeln. Unternehmen bewegen sich aus hierarchischen Strukturen hin zuprojekt- und kundenorientierten Teams, welche über Selbstorganisation, Richtung, Produktivität und Erfolg steuern.

PROAKTIV: Frauen sind in Führungspositionen unterrepräsentiert. Wie können sich Frauen aus Ihrer Sicht besser für eine Führungsrolle positionieren? Was würden Sie einer angehenden weiblichen Führungskraft empfehlen, um erfolgreich im Management zu sein?

Sieger: Wer sich für eine Führungsrolle positioniert, unabhängig welchen Alters, Geschlechts oder deren Nationalität, sollte sich seinen Stärken entsprechend sichtbar positionieren. Sei es bei Meetings, Projekten oder ausgeschriebenen Positionen. Mut ist eine bedeutende Kompetenz in der volatilen Welt, genauso wie eine konstruktive Fehlerkultur. Neben den fachlichen und sozialen Kompetenzen sehe ich den Austausch auch innerhalb des gleichen Geschlechts als wertvoll an. Frauennetzwerke als Reflexionsplattform zu nutzen, persönliche Kontakte aufzubauen und zu erhalten. In den 80zigern und 90zigern wurde empfohlen, dass Frauen die Eigenschaften von Männern erlernen sollten, um erfolgreich zu sein. Ich denke, dass Frauen gerne ihrem Wissen und Können vertrauen dürfen. Eigenverantwortlich zu agieren, Verantwortung zu übernehmen und exzellente Leistungen zu erbringen ist geschlechtsunabhängig.

PROAKTIV: Wie können sich Frauen über ihre Wirkung noch bewusster werden? Welche Tools können Frauen mit Führungsverantwortung oder angehende Führungskräfte unterstützen?

Sieger: Bei unserem TrainingFrauen in Führung vertiefen wir das Eigen- und Fremdbild dahingehend, dass wir den professionellen Umgang mit konkreten Situationen aus dem beruflichen Kontext trainieren. Zum einen sind es Frauen, die mit dem Gedanken spielen eine Führungsrolle zu übernehmen, Frauen die auf der nächsten Stufe der „Karriereleiter“ stehen oder auch Frauen, die neu in der Führungsverantwortung sind. Genau dieses Spektrum an Erfahrungen und Best Practice bietet den Teilnehmerinnen wertvolle Impulse für ihre persönlichen Situationen und Fragestellungen. Bei den Praxisübungen und anschließendem Feedback schauen wir auf die agierenden Personen hinsichtlich Sprache, Körpersprache sowie Gesprächsführung. Mit welcher Absicht gehe ich in das Gespräch, welches Ziel möchte ich erreichen, welches Verhalten zeige ich und habe ich meine beabsichtige Wirkung erreicht? Darüber hinaus steht das Thema Netzwerken von Frauen besonders im Blickfeld. Hier ist weiterhin Potential und unser Training dient ebenfalls als Plattform für Kontakte unter beruflich erfolgreichen Frauen.

PROAKTIV: Untersuchungen im Bereich Gender Diversity haben gezeigt, dass durch heterogene Führungsstrukturen und -teams mehr Produktivität und Innovationskraft entsteht. Wie sehen Sie das?

SiegerWenn wir erfolgreiche Unternehmen mit Vielfalt im Top Management ansehen, ist zu erkennen, dass durch die heterogene Zusammensetzung gerade Veränderungen ziel- und menschenorientiert umgesetzt werden. Heterogene Teams und Führungsstrukturen profitieren von unterschiedlichen Perspektiven und Erfahrungen. Dadurch entsteht mehr Flexibilität im Denken und Handeln – aus einem Weg werden viele Wege. Studien wie McKinsey 2020 zeigen, dass Unternehmen mit hoher Gender-Diversität eine um 25% und damit signifikant größere Wahrscheinlichkeit hegen, überdurchschnittlich profitabel zu sein. Um sich als Unternehmen weiterzuentwickeln ist es wichtig, Akzeptanz für Vielfalt zu schaffen und die Unternehmenskultur und das Mindset der Mitarbeiter dahingehend weiterzuentwickeln.

PROAKTIV: Frau Sieger, Sie persönlich blicken auf gut 25 Jahre Führungserfahrung zurück und haben in einer Branche begonnen, bei der in den 90zigern noch eher Männer zum Führungskreis zählten. Wie haben Sie es geschafft sich zu positionieren?

Sieger(lacht) Auch ich hatte Unsicherheiten und lerne heute noch stetig dazu. Spannend war es anfänglich dahingehend, dass ich schnell erkannt habe, wie hilfreich es ist von anderen Führungskräften zu lernen. Wie positionieren sich meine Führungskolleginnen und -kollegen im Meeting, bei Verhandlungen, gegenüber den Teammitgliedern oder den höheren Ebenen. Was war erfolgreich, was nicht, wie möchte ich auf keinen Fall sein bzw. auftreten? Geholfen hat mir der Mut, auch mal neue Verhaltensweisen auszuprobieren und strategischer vorzugehen. Heute teste ich immer noch gerne verschiedene Varianten und ergänze mein Repertoire. Schön fände ich es, wenn wir künftig gedanken frei von geschlechterspezifischem Denken sind, wenn es um die Besetzung von Positionen geht. Wenn sich jede Person im Berufsleben entsprechend ihrem Wissen und Können entwickeln und Verantwortung übernehmen kann. Das Wollen obliegt jedem Menschen allein.

Stehen Sie sich einer erstmaligen oder neuen Führungsposition bevor? Unsere PROAKTIV Trainings und Coachings setzen an Ihrem Wissensstand an. Die Erfolgsfaktoren der einzelnen Führungsinstrumente und die Ausbildung eines persönlichen und bewussten Führungsstils sowie der Einstellung werden auf der Verhaltensebene erarbeitet. Wir nutzen hierfür neben gezielt ausgewählten Tools zum Beispiel die LIFO®Methode. Mit dieser Methode regen wir die Führungskräfte zur Selbstreflexion an gleichzeitig steigern wir die Toleranz gegenüber unterschiedlichen Persönlichkeiten. Geschlechtsspezifische Unterschiede sind hier weniger erkennbar als branchen- oder hierarchische Unterschiede.



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