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So verbessern Sie Ihr Recruiting!


Setzen sechs! Wie Geschäftsführer ihre Personaler verheizen 

Christoph Hennig ist seit über 9 Jahren in der Weiterbildungsbranche aktiv. Seit 6 Jahren arbeitet er als Berater, Konzeptionist und Sparringspartner für Geschäftsführer von kleinen und mittelständischen Unternehmen. Für Sie berichtet er von seinen Erfahrungen und gibt Tipps für ein besseres Recruiting und eine nachhaltige Personalstrategie.

von Christoph Hennig, Trainado Media Group

Wöchentlich spreche ich mit HR-Managern, Personalreferenten und „Personal-mach-ich-so-nebenher-mit“-Geschäftsführern. Fast alle Gespräche fördern eine bestimmte Denkweise zutage, die mich immer wieder erschreckt, weil sie langfristig eine erfolgreiche Mitarbeitergewinnung und -bindung behindert.

Der Personaler als Kindergärtner

Viele Gespräche mit Personalern haben mir gezeigt, dass die Wichtigkeit des Humankapitals absolut verkannt wird. Ihre Budgets werden im Kostendruck als Erstes gekürzt, Personalentwicklung ist ein unliebsames Thema und Mitarbeiterbedürfnisse werden regelmäßig als Befindlichkeiten abgetan.

Ein HR-Manager aus einem Industrieunternehmen in Sachsen sagte mir einmal bei einem Netzwerkabend: „Manchmal komme ich mir vor wie ein Kindergärtner für Geschäftsführer. Ich weise auf Fehler hin und warne vor Konsequenzen, nur damit die Geschäftsführung am Ende doch ihr Bauchgefühl durchsetzt und mir die Ohren volljammert, wenn es schiefgeht.“

Besseres Recruiting und nachhaltige PersonalstrategieZugegebenermaßen habe ich bei dem Vergleich geschmunzelt und doch hat er vollkommen recht. Das Personalwesen ist eine der wichtigsten und auch schwierigsten Stellschrauben eines Unternehmens.

Deshalb sollten Personaler aus meiner Sicht ein anderes Selbstverständnis entwickeln (dürfen) und entsprechend im Unternehmen auftreten. Sie sind nicht nur Personalbeschaffer oder Weiterbildungskoordinatoren. Sie sind diejenigen, die dem Unternehmen im Bereich Personal eine Identität und ein Gesicht verleihen. Sie sind zuständig für das „Employer Branding“ und können, wenn man sie lässt, aus dem Unternehmen eine für Bewerber und Mitarbeiter attraktive „Marke“ machen.

Denken Sie langfristig – sonst tut es ein anderer

Personal und Recruiting ist immer ein dringendes und heikles Thema im Mittelstand. Die drei mir gegenüber meistgenannten Gründe warum Recruiting teilweise schleppend und schwierig läuft, sind übrigens:

  1. Wir bekommen einfach nicht mehr so viele Bewerbungen wie früher.
  2. Die Konkurrenz wirbt uns die guten Leute ab.
  3. Die Qualifikationen der Bewerber treffen einfach nicht unsere Ansprüche.

Diese Begründungen zeigen mir vor allem zwei Dinge: Das Unternehmen setzt sich kaum bzw. gar nicht mit den Interessen der Mitarbeiter auseinander. Und zweitens: Das Unternehmen macht alles so, wie es alle anderen auch tun.

Stellen Sie sich vor, Sie haben nach dem Sport Schmerzen im rechten Knie. Sie schmieren etwas Schmerzsalbe drauf und machen einfach weiter. Dann stellen Sie fest, dass es nicht besser, sondern eher schlimmer wird. Würden Sie jetzt auf die Idee kommen, noch mehr Salbe draufzuschmieren, in der Hoffnung, dass es doch noch besser wird? Wahrscheinlich nicht. Sie würden einen Arzt aufsuchen.

Leider ist diese Herangehensweise NICHT die der meisten Geschäftsführer und Vorstände. Ohne über die Ursachen nachzudenken, werden Vorschläge von Personalverantwortlichen abgeschmettert und stattdessen einfach mehr Anzeigen geschaltet und Recruitingmessen besucht. Masse statt Klasse!

Dahinter steckt der nachvollziehbare Wunsch nach einer schnellen Lösung. Leider sind diese Quick-Wins meistens nicht planbar und die erfolgreichen Strategien die eher langfristigen Lösungen.

Wenn Sie diese langfristigen Lösungen nicht in Angriff nehmen, wird es ein anderes Unternehmen tun. Da man in der Regel erst merkt, dass einem jemand voraus ist, wenn es zu spät ist, lautet mein Rat an Sie: Seien Sie proaktiv und gehen Sie’s an!

Solange es noch nicht wehtut

Wenn ich mit Geschäftsführern und Entscheidern über Personal spreche, stelle ich regelmäßig fest, dass Führungskräfte über Untersuchungen aus dem Bereich bestens Bescheid wissen und sich regelmäßig beim Online-Stöbern mit dem Thema auseinandersetzen.

Auf meine darauf folgende Frage: „Welche Konsequenzen ziehen Sie für Ihr Unternehmen/Ihre Abteilung daraus?“ fällt die Antwort zu gefühlten 98 % übrigens wie folgt aus: „Ähm … ja … also … für uns ist das ja nicht ganz so repräsentativ, weil …“

Das Gefährliche an dieser Antwort ist meiner Meinung nach nicht die Fehleinschätzung, dass es einen selber nicht betrifft, sondern vielmehr die Denkhaltung, die dahinter steht. Denn was heißt es denn übersetzt? „Ich weiß, dass es ein sehr wichtiges Thema ist. Ich habe aber Wichtigeres zu tun und keine Lust oder Zeit, um mich damit auseinanderzusetzen.“

In der Konsequenz bedeutet die Aussage, dass Ihre Mitarbeiter nicht Ihre Priorität Nummer 1 sind.

Drei praktische Fragen

Um an die Wurzel der Probleme bezüglich Arbeitgeberattraktivität, Mitarbeiterzufriedenheit sowie Recruiting zu kommen, sollten Sie die drei folgenden Fragen für sich beantworten:

erstens

Wie können Sie ein wirklich attraktiver Arbeitgeber werden?
Nehmen Sie Ihre Mitarbeiter und damit die Arbeit der HR-Manager ernst und gehen Sie an die Wurzel, nämlich an ihre Bedürfnisse.

zweitens

Wie können Sie die Bedürfnisse Ihrer Mitarbeiter ergründen, um diese zu erfüllen und Ihre Mitarbeiter langfristig zu binden?
Versuchen Sie ein guter Arbeitgeber zu sein, hören Sie niemals auf besser zu werden und geben Sie den HR-Managern die Möglichkeit eine Arbeitgebermarke zu kreieren.

drittens

Wie sehen die Unternehmen und Arbeitswelten von morgen aus? Worauf legen Mitarbeiter und junge Generationen Wert?
Schaffen Sie moderne Arbeitswelten, in denen Menschen sich weiterentwickeln und gemeinsam mit dem Unternehmen wachsen können.

Seien Sie mutig und ändern Sie etwas! Denn Sie wissen ja, was Albert Einstein einmal gesagt hat: Wahnsinn ist, immer dasselbe zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.

Ihr Christoph Hennig

Über Christoph Hennig

Christoph HennigChristoph Hennig ist ehemaliger Offizier und Start-up-Gründer. Heute ist er einer der Geschäftsführer der Trainado Media Group und berät und trainiert Unternehmen und Führungskräfte aus dem Mittelstand.


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