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Verknallt in die Sinnhaftigkeit des Glücks

Erfolgsgeschichten (Teil 3): Gina Schöler ernennt sich selbst zur Glücksministerin und startet mit einer Portion Mut und kreativen Aktionen so richtig durch

Gina SchölerAuf der anderen Seite der Telefonleitung lacht und kichert es. Das Vergnügen ist ansteckend. Automatisch wandern die Mundwinkel nach oben, wenn man mit der Glücksministerin spricht. Glücksministerin? Richtig! 31 Jahre ist Gina Schöler jung und schon erfolgreiche Ministerin. Die erste Legislaturperiode liegt hinter ihr: Vor sechs Jahren hat die Mannheimerin das Ministerium für Glück und Wohlbefinden ins Leben gerufen. Eigentlich zunächst als Projekt während ihres Masterstudiums an der Fakultät für Gestaltung der Hochschule Mannheim. Art Director in einer Grafikagentur wollte die sympathische junge Frau werden. Doch das Glück hat sie eingeholt. Diese Studentenarbeit hat sie nicht losgelassen. Ihre Berufspläne: völlig auf den Kopf gestellt. “Ich stand Kopf und war so verknallt in diese Sinnhaftigkeit des Themas Glück. Ich war nonstop in einen Flow, was ich in diesem Ausmaß noch nie zuvor gespürt habe”, berichtet die Glücksbotschafterin von den Anfängen ihrer Selbstständigkeit.

Der Sprung ins kalte Wasser ist Gina Schöler geglückt. Es war ein Wagnis, sich mit so einer verrückten Idee selbstständig zu machen. Es nicht zu tun, hätte sie am Ende vielleicht aber bereut. Gina lässt Bauklötze staunen, macht Menschen zum Glücksbringer, hat ein Erste-Hilfe-Glücks-Set parat. Mit ihren bunten Aktionen bringt sie Menschen zum Lächeln und Nachdenken. In ihren kreativen Workshops finden die Teilnehmer zurück zu sich selbst. Ihre interaktiven Vorträge regen zum sich auf das Wesentliche Besinnen an. Sie wird als Life-Coach von Unternehmen gebucht, besucht Schulen und empfängt auch mal eben eine thailändische Delegation auf der Suche nach dem Glück. Wo sie ist, hinterlässt die quirlige Speakerin, Buchautorin und Kommunikationsdesignerin ihre Spuren.

Ohne Business-Plan dem Bauchgefühl lauschen

Konfetti to goWie hat sie es nur geschafft, mit bunten Aktionen wie “Konfetti to go” ein solches Glücksministerium aufzubauen? “Ich bin sehr intrinsisch vorgegangen. Ich habe in meinem Leben noch nie einen offiziellen Business-Plan geschrieben, sondern sehr aus dem Bauch heraus gehandelt”, verrät Gina Schöler. Ihre ersten Schritte bestanden darin, sich ein enormes Netzwerk aufzubauen. Plötzlich war sie mittendrin in der Glücksszene, tauschte sich mit Glücksforschern aus, ging mit Wissenschaftlern Kaffee trinken und sog sämtliche  Informationen ein, die sie kriegen konnte. “Ich war mit meinem Projekt plötzlich überall im Gespräch, weil ich Werbung für das Thema Glück gemacht habe. Ich trage visuell Dinge nach außen und verkaufe sie den Menschen. Das mache ich für Werte, fürs gute Leben, fürs Glück und nicht mehr für irgendwelche Produkte”, beschreibt die 31-Jährige ihre Arbeit.

Im nächsten Schritt hat sich die selbsternannte Glücksministerin Dienstleistungen ausgedacht, Workshops, Vorträge, Coachings. Damit sichert sie sich ihren Lebensunterhalt. Ihre Tätigkeit als freischaffende Grafikdesignerin hat sie inzwischen an den Nagel gehängt. Sie widmet sich Vollzeit dem Glück. Aus der früheren detailverliebten Perfektionistin Gina Schöler ist durch ihre Arbeit eine spontane, äußerst dynamische Person geworden, die Dinge gerne schnell ausprobiert. “Better done than perfect”, ist dabei das Motto.

“Man darf sich nicht von den anderen verrückt machen lassen”

Stolpersteine – ja, mit denen hat auch eine Glücksbotschafterin zu kämpfen. Gerade am Anfang ihrer Selbstständigkeit habe es in ihrem Umfeld viele gegeben, die mitreden und erklären wollten, wie die Dinge jetzt zu laufen haben. “Es war für mich eine große Herausforderung, einen gewissen Abstand zu halten und zu filtern. Mir darüber klar zu werden: Was zählt denn jetzt für mich? Was möchte ich umsetzen?”, weiß die Selbstständige inzwischen, wie wichtig Austausch und Ratschläge sind, wie wichtig es aber auch ist, sich davon nicht verrückt machen zu lassen.

Das Erscheinungsbild des Ministeriums für Glück und Wohlbefinden ist sehr seriös, äußerst offiziell. “Umso spielerischer und das innere Kind rausholend sind die Ideen dahinter”, freut sich Gina Schöler, dass sie damit jeden knacken kann. Von der einfachen Privatperson bis hin zum Top-Manager. Glück ist eben irgendwie ansteckend – und das strahlt die Ministerin aus. Sie lacht viel, sie lächelt auf allen Fotos, kommt im Fernsehen immer gut gelaunt rüber. Ob sie jemals mies drauf ist? “Ja”, sagt sie lachend, “ich darf auch schlecht drauf sein.” Ihr hilft es, in solchen Situationen in sich hinein zu hören. Wie fühlt sie sich gerade? Welche Ursache hat dieses Gefühl? Will sie es gehen lassen oder nicht. “Manchmal ist es auch schön, die schlechte Laune zu zelebrieren. Einfach so zwei Stunden auf dem Sofa in Selbstmitleid baden, das darf auch mal sein”, so die Glücksministerin, die am liebsten raus in den Wald geht, um ihre gute Laune wieder zu finden.

Raus aus der Komfortzone, rein ins Glück

Erste-Hilfe-Glücks-SetAm Werdegang von Gina Schöler zeigt sich: Glück braucht eine Portion Mut – ein Spruch, den sie selbst geprägt hat. In der Glücksforschung sei belegt, dass es Glücksgefühle fördern und Hormone zum Tanzen bringen kann, wenn man ein bisschen Nervenkitzel und neue Sachen ausprobiert, mit fremden Menschen in Kontakt tritt und ein wenig aus der Komfortzone raus geht, weiß die Expertin. Für sie ist es wichtig, authentisch zu sein und zu seinen Wünschen und Bedürfnissen zu stehen, so verrückt sie vielleicht auch sein mögen. “Dazu muss man manchmal eben auch gegen den Strom schwimmen und das ist nicht immer leicht.” Ihr seien am Anfang ihrer Selbstständigkeit jede Menge “Ja, abers” begegnet. “Dann dickköpfig zu sein und zu sagen: ,Ich möchte das jetzt aber einfach probieren’, das impliziere ich mit Mut”, sagt Gina Schöler.

Lernt sie in ihrer Freizeit neue Menschen kennen, gibt sich Gina gerne als Landschaftsgärtnerin aus. Lachend sagt sie: “Wenn ich erzähle, dass ich Glücksministerin bin, habe ich erst mal einen drei Stunden langen Monolog vor mir.” Ihr Job ist schließlich nicht selbsterklärend. Er ist spannend und fesselnd und passt in keine Schublade. Gina Schöler hat sich ihren beruflichen Traum selbst gezimmert. Unbeabsichtigt. Aus dem Bauch heraus. Mit einer verrückten Idee, deren Zeit offenbar gekommen war. Bei allem Risiko und aller Wagnis, die sie eingegangen ist: Ihr selbst geschaffenes Ministerium läuft erfolgreich: Manchmal hat eben auch eine Glücksministerin ein bisschen Glück...

Ginas 5 Tipps für ein bisschen mehr Glück für jedermann:

  • Sei mit allen Sinnen bei der Sache.
  • Sei achtsam: Nimm wahr, was um dich herum geschieht. Schau hin, was in dir drin ist.
  • Halte inne und wertschätze die kleinen schönen Dinge, die es um dich herum gibt.
  • Verbinde dich mit deinen Mitmenschen: Denke nicht in Schubladen, bewerte nicht, begegne anderen auf Augenhöhe – offen und wertschätzend.
  • Lerne dich selbst kennen: Wenn du weißt, wer du bist, dann weißt du auch, was du willst.

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