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Was ist eigentlich… Reverse Coaching?

Reverse Coaching

                                   

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Die Älteren zeigen den Jungen, wo es lang geht: Top-down-Methoden sind im Unternehmensalltag Routine. Und zwar seit Generationen. In Zeiten der Digitalisierung wird der Spieß umgedreht: In großen international agierenden Unternehmen gehört Reverse Coaching, auch Reverse Mentoring genannt, zur Tagesordnung. Junge Mitarbeiter coachen ältere Mitarbeiter in Themengebieten, in denen sie versierter sind. Die Aktionswoche Lernen² ist eine gute Gelegenheit, diese kostengünstige Form der Mitarbeiterentwicklung auch in Ihrem Unternehmen einmal auszuprobieren. 

Wie funktioniert Reverse Coaching?

Reverse Coaching verfolgt einen Sharing-Ansatz: Junge Kollegen teilen ihr Wissen mit älteren Kollegen, lernen dabei gleichzeitig etwas über deren Arbeitsalltag und profitieren von deren langjährigen Erfahrungen. Es ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Im Gegensatz zur klassischen Top-down-Methode wird bewusst Wissen von unten nach oben gegeben. Junge Kollegen bringen älteren Führungskräften neue Formen der Zusammenarbeit näher und schaffen so einen Perspektivenwechsel.

Voraussetzungen

  • Das Format beruht auf Freiwilligkeit und Diskretion
  • Zwischen den Beteiligten sollte Sympathie bestehen, so dass ein vertrauensvolles, respektvolles Miteinander möglich ist
  • Die Stellung innerhalb des Unternehmens sollte sich zwischen dem jungen Mentor und dem älteren Mentee unterscheiden
  • Zwischen den Beteiligten darf keine Konkurrenzsituation oder hierarchische Abhängigkeit bestehen
  • Beide Seiten sollten offen für die Ansichten der anderen Seite sein
  • Eine Anleitung zum Kontext des Reverse Coachings ist wichtig, um Struktur in diese Personalentwicklungsmethode zu bringen
  • Für das Programm sollte es einen internen oder externen Berater geben, auf den die Beteiligten bei Fragen zugehen können

Welche Vorteile bringt Reverse Coaching mit sich?

Benefits für das Unternehmen
Reverse Coaching kann die Basis für eine lernende Organisation bilden, in der junges Wissen und wertvolle Management-Erfahrung geteilt werden. Das bricht nicht nur klassische Hierarchien auf, es optimiert den Wissenstransfer und fördert zudem das Verständnis zwischen den Mitarbeitern. Durch den Input der jungen Arbeitnehmer werden alteingesessene Denk- und Arbeitsweisen hinterfragt und an die Erfordernisse der Zukunft angepasst. Der Einsatz der Digital Natives trägt zu mehr digitaler Fitness im Unternehmen bei und kann die Unternehmenskultur im Ganzen positiv beeinflussen.

Benefits für den jungen Mentoren
Der Digital Native, der einer Führungskraft etwas beibringt, gewinnt durch das Mentorenprogramm Sichtbarkeit im Unternehmen. Er erfährt Wertschätzung und erweitert sein persönliches Netzwerk. Durch den Zugang zur Führungsebene pusht er seinen persönlichen Karriereweg. Ganz nebenbei erhält der junge Mentor Einblicke ins klassische Management und lernt durch den Austausch selbst dazu. Vielleicht bekommt er ja auch einen Eindruck davon, wie manche Prozesse früher stattgefunden haben, als die Technik noch nicht so weit war. Das schafft Verständnis und Respekt für die ältere Generation, die all die Dinge ohne technische Hilfsmittel auf die Beine gestellt hat.

Benefits für den älteren Mentee
Beim Reverse Coaching sind Mentor und Mentee unter sich: So muss die Führungskraft nicht befürchten, sich vor der Gruppe zu blamieren, wenn er Fragen stellt, die für Digital Natives völlig banal sind. Durch das Einzel-Coaching werden zudem individuell und punktuell die Bereiche angegangen, in denen die Führungskraft Lücken hat. Es entspricht einer maßgeschneiderten Weiterbildung seiner digitalen Medienkompetenz. Dabei können ihm die Angst vor Technik und Veränderung sanft genommen werden. Der Austausch mit dem jungen Kollegen trägt zudem dazu bei, neue Sichtweisen zu gewinnen und Vorurteile gegenüber der jüngeren Generation abzubauen. Wenn der Mentee durch das Coaching sieht, wie die junge Generation tickt, kann das letztendlich sogar Auswirkungen auf seine Führungskompetenz haben: Diese kann er so gezielter an die Bedürfnisse der Digital Natives anpassen.

Welche Themen bieten sich für Reverse Coaching an?

Als Themen eignet sich alles, wovon junge Mitarbeiter mehr Ahnung haben als ältere. Meist sind das Themen, die die Digitalisierung betreffen. Coaching-Thema kann also banal der Umgang mit dem Intranet sein. Der Digital Native kann den älteren Mitarbeiter aber auch in die Weiten der sozialen Medien einweihen und zum Beispiel Tipps geben, welche Plattformen sich für Produktwerbung oder Employer Branding eignen. Er erhält so ehrliches Feedback von jemandem, der die Kanäle aktiv nutzt. Auch können im Reverse Coaching Fragen aufgegriffen werden, die die Generationen Y und Z beschäftigen. Das hilft dem Mentee ein Verständnis für seine jungen Mitarbeiter zu entwickeln und deren Bedürfnisse besser bedienen zu können.