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Altersdiverse Teams

Altersdiverse Teams: Eine Frage der Führung

8 Tipps für eine gute Zusammenarbeit in altersgemischten Teams

Die Babyboomer lieben die Verbindlichkeit und klare Strukturen. Die Generation X ist geprägt von Ehrgeiz und Individualismus. Die Generation Y will sich im Job mit Ideen einbringen, selbstverwirklichen und hinterfragt kritisch. Die Generation Z mag es lieber unverbindlich, gelassen und ist permanent online. Im heutigen Arbeitsleben treffen diese vier Generationen aufeinander: Sie dominieren den Arbeitsmarkt. Doch häufig arbeiten sie nicht miteinander, sondern nebeneinander. 

So gibt es Branchen, die überwiegend von den jungen Millennials und Digital Natives dominiert werden, und welche, deren Belegschaft überaltert ist und die enorme Probleme haben, junge Fachkräfte zu gewinnen. In traditionell orientierten Betrieben kommen die Hierarchien hinzu: Dort sitzen die älteren Angestellten in der Führungsetage, weit weg von den jungen Hüpfern, die häufig als wenig leistungsbereit und zu chillig wahrgenommen werden. Doch Studien zeigen immer wieder, dass Unternehmen innovativer, effizienter und kreativer sind, wenn sie mit altersgemischten Teams arbeiten. 

Warum ist das so?

Die Rechnung ist ganz einfach: Man nehme die Werte und Eigenschaften der älteren Arbeitnehmergeneration und nimmt die Werte und Eigenschaften der jüngeren Arbeitsnehmergeneration hinzu. Das Ergebnis: Absoluter Gewinn fürs Unternehmen. Schließlich liegt es auf der Hand, dass sich die Erfahrung, Besonnenheit und die Ruhe der Älteren prima mit der Flexibilität, Neugier und Schnelligkeit der Jüngeren ergänzt. Und doch werden diese Vorteile der Altersdiversität häufig ignoriert. Zu groß scheint das Konfliktpotential, das mit den unterschiedlichen Wertvorstellungen der Arbeitsgenerationen einhergehen könnte. Dass Konflikte entstehen können, liegt auf der Hand. Das Geheimrezept lautet hier: dem Team angepasste Führung.

Worauf kommt es bei der Führung altersdiverser Teams an?

Menschen sind unbewusst voreingenommen: Wir mögen vor allem Menschen, die uns ähnlich sind, also Menschen, die ähnliche Ansichten teilen, ähnliche Bedürfnisse haben und für ähnliche Werte einstehen wie wir selbst. Bei der Führung altersdiverser Teams muss diese Voreingenommenheit aufgebrochen werden. Der Vorgesetzte muss von der Mehrgenerationalität seines Teams für das Erreichen der Ziele überzeugt sein und diese Überzeugung auch bei den Mitarbeitern wecken. Wie das gelingen kann:

  1. Die eigene Voreingenommenheit ständig auf den Prüfstand stellen
    Kein Mensch ist frei von Vorurteilen. Vor allem für Führungskräfte ist es deshalb wichtig, die eigene Voreingenommenheit permanent auf den Prüfstand zu stellen. Gibt es wirklich einen Grund, weshalb der Chef auf Kollegen XY so reagiert? Oder lässt er sich da von seinen Vorurteilen leiten? Selbstreflexion ist hier unerlässlich.

  2. Unterschiede kennenlernen und wertschätzen
    Um Vorurteile abzubauen, ist es wichtig, sich mit den Unterschieden im Team vertraut zu machen. Wo liegen die Stärken der älteren Mitarbeiter, wo die der Jüngeren? Wo ergänzen sich die Stärken? Wo wiegen sich die jeweiligen Schwächen auf? Nur wer die Unterschiede im Team kennt, kann diese entsprechend wertschätzen und ergebnisorientiert einsetzen. Auch die Ängste, die bei älteren und jüngeren Mitarbeitern unterschiedlich sind, sollten gesehen und verstanden werden: Sie geben wichtige Hinweise auf mögliche Risiken.

  3. Altersdiskriminierung abbauen
    In vielen Unternehmen ist Altersdiskriminierung ein Thema – und zwar in beide Richtungen. Beförderungen gibt es etwa nur, wenn man eine gewisses Alter mitbringt. Oder Stellen werden nur für Bewerber unter 45 ausgeschrieben. Diskriminierung hat am Arbeitsplatz genauso wenig verloren wie im restlichen Leben. Deshalb liegt es am Unternehmen, eine diversitätsfreundliche Personalpolitik zu betreiben und altersgerechte sowie gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen zu schaffen. Das fängt bei flexiblen Arbeitszeiten an und hört bei ergonomischen Arbeitsplätzen auf.

  4. Wahrnehmung von Altersunterschieden eindämmen
    Wo Altersunterschiede bestehen, werden diese auch immer eine gewisse Rolle spielen. Allerdings kommt es auf das Maß an. Führungskräfte können viel dazu beitragen, dass die Altersunterschiede im Team kaum wahrgenommen werden, etwa indem sie selbst keinen Unterschied machen, gleichwertige Aufgaben unter älteren und jüngeren Mitarbeitern aufteilen, keine Hierarchien aufkommen lassen und sich Sprüche wie “Lehrjahre sind keine Herrenjahre” oder Floskeln wie “In Ihrem Alter” sparen.

  5. Die Potenziale aller sichtbar machen und nutzen
    Damit Kompetenzen bestmöglich eingesetzt werden können, ist es wichtig, diese zu kennen. Aufgabe der Führungskräfte ist es, im Team zu verdeutlichen, welche Fähigkeiten und Kenntnisse die einzelnen Kollegen mitbringen. Nur wer die Potenziale anderer kennt, von ihren individuellen Erfahrungen weiß, kann unvoreingenommen zusammenarbeiten – unabhängig von der Altersverteilung im Team.

  6. Vertrauensvolles Arbeitsklima schaffen
    Sind die Potenziale aller im Team bekannt und ist jedem klar, dass jeder einzelne einen wertvollen Beitrag zum Gesamtergebnis leistet, sollte einem vertrauensvollen Arbeitsklima nichts im Weg stehen. Vertrauensbildende Maßnahmen können das zusätzlich fördern. Letztendlich geht es darum, eine Vision im Team zu teilen und eine gemeinsame Haltung zu entwickeln: Wofür stehen wir ein?

  7. Fokus auf das gemeinsam Erreichte richten
    In altersdiversen Teams, in denen die Mitarbeiter sehr unterschiedlich ticken, ist es für Vorgesetzte umso wichtiger, die Bedürfnisse und das Wohlbefinden aller zu berücksichtigen. Jeder soll sich wohl und nicht ausgegrenzt fühlen. Um das Zusammengehörigkeitsgefühl zu fördern und Teamgeist zu entwickeln, lohnt es sich, regelmäßig den Fokus auf das bisher gemeinsam Erreichte zu lenken. Das motiviert und spornt zu neuen gemeinsamen Aufgaben an.

  8. Gegenseitiges Kennenlernen ermöglichen
    Was in der Hektik des Arbeitsalltages häufig zu kurz kommt, ist der Rahmen, damit sich Mitarbeiter besser kennenlernen können – auch jenseits der Aufgabe, an der gerade zusammen getüftelt wird. Hier können Führungskräfte aktiv werden und ihren Mitarbeitern den nötigen Raum einräumen. Ob das in Form von Generation Talks stattfindet, bei gemeinsamen Afterworks oder anderen teambildenden Maßnahmen, ist dabei völlig frei.

Die Vorteile von Altersdiversität bei der Arbeit wiegen schwerer als die möglichen Nachteile. Die Qualität der Zusammenarbeit steht und fällt mit der Führungskraft. Wenn diese die Potenziale der altersgemischten Truppe erkennt und fördert, steht dem Erfolg nichts mehr im Weg.


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