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Schwarze-Peter-Syndrom

Das Schwarze-Peter-Syndrom

6 Tipps, wie Sie aus der Rolle des Buhmanns herauskommen

Plötzlich Buhmann! Kein schönes Gefühl, oder? Unzählige Fehler und Misserfolge geschehen Tag für Tag, für die in unserer Gesellschaft überwiegend eins zählt: die Schuldfrage zu klären! Angebranntes Abendessen, weil der Rest der Familie zu spät nach Hause gekommen ist, verlorenes Fußballspiel, weil der/die Teamkolleg:in den Elfmeter verschossen hat, gescheitertes Projekt, weil ein:e andere:r Mitarbeitende seinen/ihren Job nicht richtig gemacht hat. Den Schwarzen Peter zugeschoben zu bekommen, passiert schnell und oftmals unverhofft: Nicht immer trägt auch jemand wirklich Schuld, nur weil andere das behaupten. Da schwingt deutlich mehr mit. Wer jemand anderem die Schuld in die Schuhe schiebt, entschuldigt sich nämlich zugleich: Trägt jemand anderes die Verantwortung für einen Fehler, ist man selbst fein draußen. Durch Schuldzuweisungen kann man leicht von den eigenen Schwächen ablenken.

Schuldkulturen fördern Fehler

Im Arbeitsumfeld ist eine Schuldkultur sehr belastend: Durch das Austragen von Konflikten geht Arbeitszeit verloren, das Betriebsklima leidet, der Druck und die Angst davor, Fehler zu machen, wachsen und das Problem lässt sich damit letztendlich nicht lösen. Deshalb sind viele Unternehmen bestrebt, Fehlerkulturen zu etablieren, in denen Fehler zwar nicht schön, aber erlaubt sind, und in denen aus Misserfolgen gelernt wird: Das Problem wird erkannt, an der Ursache wird geforscht und schließlich wird eine Lösung gefunden, ohne dass jemand Sanktionen befürchten muss. Denn eins ist klar: Wo Menschen arbeiten, passieren Fehler. Letztendlich geht allerdings kaum jemand mit der Absicht zur Arbeit, einen schlechten Job zu machen.

Wie werden Sie den Schwarzen Peter wieder los?

Ist das Kind aber in den Brunnen gefallen und der Rest der Belegschaft hat Sie als Sündenbock auserkoren, ist es gar nicht so leicht, den Schwarzen Peter wieder loszuwerden. Schließlich ist niemand anderes scharf darauf, ihn zu bekommen. Wie gehen Sie nun aber damit um, wenn Ihnen plötzlich die Schuld angelastet wird?

1. Ruhe bewahren

Klingt angesichts der Situation schwierig, ist aber unglaublich wichtig. Viele gehen sofort in eine Verteidigungshaltung, wenn sie zum Sündenbock erklärt werden. Die Folge: Selbst wenn sie keine Schuld tragen, sieht sich das Umfeld in der Annahme bestätigt. Deswegen gilt: Bleiben Sie ruhig und tun Sie nichts Unüberlegtes.

2. Um Bedenkzeit bitten

Die Zeit heilt alle Wunden, heißt es so schön. Ein bisschen verhält es sich auch beim Schwarze-Peter-Syndrom so. Wenn Sie ein bisschen Zeit nach dem Vorfall verstreichen lassen, erst einmal eine Nacht darüber schlafen, ehe Sie sich dazu äußern, können Sie nur punkten: Zum einen sind die Gemüter dann nicht mehr so erhitzt, zum anderen hatten Sie die Gelegenheit, sich einen klaren Kopf und einen Überblick über die Lage zu verschaffen.

3. Sich selbst reflektieren

Die Bedenkzeit sollten Sie nutzen, um den Vorfall, für den Sie verantwortlich gemacht werden, zu analysieren: Was war die Ausgangslage? Was ist dann passiert? Inwieweit waren Sie daran beteiligt? Tragen Sie eine Teilschuld oder Schuld, dann bewahren Sie Rückgrat und räumen Sie dies ein. Sind Sie unschuldig, bleiben Sie souverän und weisen Sie die Vorwürfe sachlich und in ruhigem Ton zurück.

4. Muster erkennen

Den Schwarzen Peter können alle mal zugeschoben bekommen. Liegt er jedoch immer bei Ihnen, stimmt in der Regel irgendetwas nicht. Wenn sich Ihr Team immer Sie als Sündenbock auswählt, kann das ein Zeichen von Mobbing sein. Hier sind vor allem Führungskräfte gefragt, solche Muster zu erkennen und entsprechend zu handeln. Mit Hilfe einer Supervision oder eines/r externen Mediator:in können solche Probleme angegangen werden. 

5. Unterstützung suchen

Gibt es jemanden in Ihrem betrieblichen Umfeld, dem Sie vertrauen? Dann holen Sie bei der Person ehrliches Feedback ein, sobald Sie das nächste Mal den Schwarzen Peter zugesteckt bekommen. Wie wirkt die Situation für Außenstehende? Sind Sie ehrlich mit sich selbst? Erhalten Sie von dem Mitarbeitenden Ihres Vertrauens Rückendeckung, können Sie ihn/sie um Unterstützung bei der Klärung des Vorfalls bitten. Gibt es diese Person nicht im Unternehmen, leisten externe Berater gute Arbeit und können mit objektivem Blick Ideen und Ansätze liefern, damit Sie die Situation meistern können.

6. Dinge dokumentieren

Wenn Ihnen immer wieder die Rolle des/der Schuldigen angelastet wird, lohnt es sich, alles zu dokumentieren. Halten Sie fest, welche Entscheidungen wann von wem getroffen wurden, dokumentieren Sie Vorgänge und bewahren Sie wichtige E-Mails auf. Nur so können Sie am Ende nachweisen, wo tatsächlich die Verantwortlichkeiten lagen, und dass Sie frei von Schuld sind. 

Im Grund stellen sich nach Misserfolgen und Fehlern im betrieblichen Kontext nur zwei Fragen: 

  • Was lässt sich tun, um das Problem zu lösen? 
  • Wie lässt sich sicherstellen, dass der Fehler nicht noch einmal auftritt?

Die Schuldfrage zu klären, ist dagegen eher kontraproduktiv: Denn wer Angst vor Fehlern und Sanktionen haben muss, wer sich davor fürchtet, aufgrund eines Fehltritts aus der Gruppe ausgestoßen zu werden, der macht aufgrund des Drucks häufiger Fehler. Also lieber keine Diskussion anzetteln und einen Schuldigen suchen. Denn der Buhmann, der kann jede:r einmal sein.


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