Die 20-Sekunden-Regel

Mehr Disziplin mit der 20-Sekunden-Regel

Mit Faulheit die wichtigen Dinge anpacken

Faulheit ist die Angewohnheit, sich auszuruhen, bevor man mĂŒde wird. Diese Worte stammen vom französische Autor Jules Renard. Aber wussten Sie auch, dass einem die eigene Faulheit zu mehr Disziplin verhelfen kann? Wenn das in Ihren Ohren widersprĂŒchlich klingt, dann lesen Sie weiter. Denn genau das verspricht die 20-Sekunden-Regel.

Die 20-Sekunden-Regel taucht im Buch “Das Happiness-Prinzip” Shawn Achor auf. Sie ist simpel, aber effektiv. Gehen Sie einfach mal in sich: Was wĂŒrden oder mĂŒssten Sie gerne hĂ€ufiger machen? Sport? Lesen? Gesund kochen? Papierkram erledigen? Und was machen oder zu was greifen Sie stattdessen eher? Zur Fernbedienung? Zur Fertigpizza? Zur Playstation? Wenn Sie sich dieser beiden Dinge bewusst sind, ist der erste Schritt getan. 

Der Energieaufwand ist entscheidend

Der nĂ€chste Schritt besteht darin, sich darĂŒber klar zu werden, warum man a) gerne machen wĂŒrde, aber stattdessen b) eher tut. Und lassen Sie mich raten: Es hat mit der Faulheit zu tun. Der Griff zur Fernbedienung geht eben schneller, als sich ein Buch aus dem Schrank zu holen. Die Fertigpizza ist schneller zubereitet als sich eine frische gesunde Mahlzeit zu kochen. Die Playstation liegt schon einsatzbereit im Wohnzimmer, wĂ€hrend man die Unterlagen fĂŒr den Papierkram erst noch zusammensuchen muss. 

Genau hier setzt die 20-Sekunden-Regel an. Anstatt aus Bequemlichkeit negative oder ungewĂŒnschte Verhaltensweisen aufzugreifen, sollten wir die anderen Dinge anpacken. Wie? Indem wir uns diese Dinge leichter machen, so dass wir weniger Energie und Überwindung dafĂŒr brauchen. Wenn es weniger Zeit braucht, um mit einer Sache zu starten, desto eher legen wir auch damit los. Um dabei nicht wieder von Fernseher, Fast Food oder Spielkonsole abgelenkt zu werden, muss man die HĂŒrde zu diesen Dingen höher setzen, wĂ€hrend man den Aufwand fĂŒr die anderen Dinge reduziert. Denn es sind diese 20 Sekunden, die oft den Unterschied machen. 

Simpler Trick mit vielen Einsatzmöglichkeiten

Shawn Achor nennt in seinem Buch das Beispiel vom Gitarre spielen. Er wĂŒrde gerne viel mehr Gitarre spielen. Aber wenn er abends nach Hause kommt, greift er doch eher zur Fernbedienung, weil die Gitarre in ihrem Koffer in der Ecke steht. Diese 20 Sekunden, die es dauern wĂŒrde, die Gitarre griffbereit zu haben, hĂ€lt ihn davon ab, auf dem Instrument zu spielen. Wie löst er dieses Problem? Ganz einfach! Mit der 20-Sekunden-Regel: Er legt die Gitarre griffbereit ins Wohnzimmer, verstaut dagegen die Fernbedienung dort, wo es ihn mehr Zeit kosten wĂŒrde, diese zu holen als zur Gitarre zu greifen. Ergo: Sein Ziel, mehr Gitarre zu spielen, ist spielend leicht.

Die Anwendung dieses simplen, aber effektiven Tricks funktioniert in vielen Bereichen. Sie mĂŒssen nur dafĂŒr sorgen, dass es 20 Sekunden lĂ€nger braucht, die negative Verhaltensweise auszufĂŒhren als die positivere Alternative, die in Reichweite bleiben muss.

Mehr Sport machen? Legen Sie die gepackte Sporttasche mitten in den Flur, so dass Sie darĂŒber stolpern, wenn Sie nach Hause kommen. Oder rollen Sie die Fitnessmatte einfach schon mal am Abend vorher aus, so dass Sie schon bereit liegt. Kochen Sie sich eine gesunde Mahlzeit vor und teilen Sie sie fĂŒr zwei, drei Tage in Portionen ein. Das hĂ€lt Sie davon ab, zur Fertigpizza zu greifen, die im Idealfall gar nicht erst im Haus ist. Bei der Hausarbeit funktioniert das Ganze genauso gut. Den Staubsauger einfach mal mitten im Weg platzieren. Das BĂŒgelbrett aufbauen, bevor die WĂ€sche trocken ist. Und am besten die Spielkonsole im hintersten Eck verstauen, so dass es mĂŒhevoller wird, an diese ranzukommen. Die Fernbedienung in einer Schubladen in einem anderen Raum platzieren. Auf dem Smartphone Benachrichtigungen deaktivieren und den Flugmodus aktivieren. Schon wird der Aufwand fĂŒr diese Dinge grĂ¶ĂŸer.

Öfter mal Dinge in den Weg legen

Und wenn Sie sich jetzt fragen, wie Sie die 90-Sekunden-Regel im Business-Kontext einsetzen sollen: Auch das funktioniert. FĂŒr besseres Zeitmanagement gilt es, Störquellen weitgehend auszuschalten. Also weg mit dem Handy auf dem Schreibtisch. Packen Sie die wichtigste Aufgabe des Tages an erste Stelle Ihrer To-do-Liste und richten Sie am Vortag vor Feierabend noch die Sachen dafĂŒr zusammen. Haben Sie ein unangenehmes GesprĂ€ch mit einem Kunden oder einer Kundin zu fĂŒhren? Stellen Sie das Telefon mitten auf Ihren Schreibtisch, so dass Sie es erst wegrĂ€umen mĂŒssen, um das Telefonat zu umgehen. 20 Sekunden weniger Aufwand fĂŒr das, was getan werden muss. 20 Sekunden mehr Aufwand fĂŒr das, was Sie davon abhalten könnte. So einfach kann die eigene Faulheit und Bequemlichkeit zu mehr Disziplin beitragen.

#Autor#
Vanessa Schäfer
Head of Content

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