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Die Lieblingsbeschäftigung des Teufels


Vermeiden Sie Grübeln und Sorgen!

Wir können lernen, mit unseren Gedanken effektiver umzugehen

Warum beschäftigen wir uns zu lange oder zum falschen Zeitpunkt mit Gedanken und Sorgen, selbst wenn wir es eigentlich nicht wollen? Haben Sie sich das auch schon mal gefragt? Hier erfahren Sie, wie Sie es schaffen, mit Ihren Gedanken effektiver umzugehen.

von addisca gGmbH

 

Die Lieblingsbeschäftigung des Teufels

Zig tausend Gedanken huschen täglich durch den menschlichen Kopf – die meisten davon unbewusst, sie rauschen an uns vorbei. Aber einige Gedanken greifen wir auf und beschäftigen uns damit. Meistens wählen wir die richtigen und wichtigen Themen aus. Aber warum beschäftigen wir uns manchmal zu lange oder zum falschen Zeitpunkt mit Gedanken, selbst wenn wir es eigentlich nicht wollen? Der Alltag ist voller solcher Beispiele. Wir kennen sie von uns selbst, noch leichter sind sie oft bei anderen zu beobachten.
   
Woher kommen die kontraproduktive Anspannung und schlaflose Nächte vor einem wichtigen Termin oder der energieraubende Ärger über eine versäumte Gelegenheit oder verpatzte Situationen, der wiederkehrende Unmut über rücksichtslose Verkehrsteilnehmer oder lästige Angewohnheiten von Kollegen? Warum lässt man es zu, dass schwierige Kunden die Freude an der Arbeit verderben?
   
Wie oft will sich die Kollegin noch über das neue EDV-System aufregen, das „so viel schlechter ist als das Alte“? Wie oft will sich der Partner noch beim Abendessen darüber ärgern, dass der Chef „überhaupt keine Ahnung von der Materie hat“?

Zermürbendes Denken belastet im Berufsalltag und privat

Viele Gespräche in Büros und Teeküchen kreisen beharrlich um immer dieselben Probleme, häufig um Entscheidungen der Unternehmensleitung, Verhalten von Kollegen oder Kunden. Meist sind diese Gespräche nur ein Mittel, dem Ärger ein wenig Luft zu machen. Für manche hört es jedoch damit nicht auf. Auch nach der Arbeit kreisen die Gedanken weiter, sie können sie nicht mehr loslassen, verderben sich und anderen damit die Laune und gefährden längerfristig auch ihre Leistungsfähigkeit und ihre Gesundheit. Denn unser Denken hat einen großen Einfluss auf das psychologische und emotionale Wohlbefinden und die Lebensqualität.  

Denkmuster verändern - aber wie?

Die Relevanz von Gedanken ist seit Jahrtausenden bekannt und ist ein zentrales Thema  der psychologischen Forschung. Ein Paradigmenwechsel im Verständnis der Zusammenhänge erfolgte aber erst in jüngster Zeit. Neue Erkenntnisse aus der psychologischen Forschung und Praxis belegen, dass individuelle, erworbene Denkmuster eine Schlüsselrolle für die mentale Leistungsfähigkeit und Lebensqualität spielen. Dieser neue Ansatz ermöglicht neue Techniken im Umgang mit Gedanken. Er wird seit einigen Jahren sehr erfolgreich in Therapie und Mentaltraining eingesetzt.

Wie funktioniert der metakognitive Ansatz?

Im Zentrum dieses sogenannten metakognitiven Ansatzes steht ein veränderter Umgang mit den eigenen Denkmustern – eine auf den ersten Blick nicht ganz einfache Aufgabe, wenn man bedenkt, dass die allermeisten menschlichen Denkprozesse automatisch ablaufen. So automatisch, dass wir uns häufig nicht einmal bewusst sind, welche unserer Gedanken mit welcher emotionalen Befindlichkeit gekoppelt sind. Und viele Menschen glauben, dass diese Denkprozesse unvermeidbar, notwendig und zielführend sind. Tatsächlich gibt es jedoch viele nicht-hilfreiche Denkprozesse, wie zum Beispiel das vergangenheitsgerichtete Grübeln; grübeln sucht Antworten auf Fragen, auf die es typischerweise keine Antwort gibt, wie etwa die Frage „Warum ich? Warum passiert das immer mir? Hätte ich damals doch…“ Häufig mit solchen Gedanken verbunden sind eine schlechte Stimmung, Wut oder Ärger. Auch zukunftsgerichtete Denkmuster können ineffektiv sein: „Was wäre wenn?“ oder „Was könnte alles misslingen?“ Solche Gedanken verursachen und verstärken Unsicherheit und erschweren hilfreiches zielgerichtetes Handeln in der jeweiligen Lebenssituation. Bestes Beispiel hier ist die Nervosität von Präsentationen oder Prüfungen: Angst und Sorge vor dem, was alles schief gehen kann, behindern eine konzentrierte Vorbereitung.
  
Die meisten Menschen geraten ab und zu in solche Denkschleifen, doch gehen solche Phasen meist schnell von allein vorbei. Diese Denkschleifen können sich jedoch – gerade in Stress- und Belastungssituationen, z.B. bei großen Veränderungen -  verstärken. Langwieriges Hadern mit zurückliegenden Entscheidungen, endloses Grübeln über missglückte Projekte – englisch „rumination“  genannt – können überhandnehmen und mit diesen Gedanken entstehen belastende Emotionen, die längerfristig zu Depressionen oder zum Burnout führen können, auf jeden Fall bewirken sie jedoch eine verminderte Leistungsfähigkeit und Lebensfreude. Ähnlich belastenden Einfluss können auch zukunftsgerichtete Strategien wie Perfektionismus und ein unverhältnismäßiges Streben nach Fehlervermeidung haben.

  

Die Lieblingsbeschäftigung des TeufelsNeue psychologische Forschungsergebnisse weisen jedoch einen neuen Weg im Umgang mit negativen belastenden Denkprozessen.  Menschen können lernen – und das sogar recht schnell – einen anderen Bezug zu ihren Gedanken und ihren  Denkgewohnheiten zu entwickeln. Dabei kommen unter anderem auch bekannte und bewährte Techniken zum Einsatz, die aber in Verbindung mit neuen Methoden viel effektiver erlernt werden können.  
  
In England und Skandinavien stoßen metakognitive Verfahren bereits auf große Resonanz, aber auch in Deutschland findet der Ansatz immer mehr Aufmerksamkeit. Führend sind die Psychologen der Universtäten Lübeck und Hannover. Sie arbeiten schon seit einigen Jahren mit den Erkenntnissen der metakognitiven Theorie im therapeutischen Kontext.
  
Schnell wurde deutlich, dass die metakognitive Methode auch sehr gut in der Prävention stressbedingter Erkrankungen einsetzbar ist: Mit mehr Wissen über die eigenen Denkmuster und etwas Übung in der Veränderung der Denkmuster können Stress und Burnout als Folge von Belastungen verhindert und die Leistungsfähigkeit erhalten werden. Je früher man erkennt, dass man sich in einem ineffizienten Denkprozess befindet, desto besser kann man gegensteuern – ohne das Problem zu unterdrücken oder zu verdrängen.

Neues Denken gezielt trainieren

In einem Gespräch zwischen Unternehmern und einer Gruppe von Psychologen zur allgegenwärtigen Stressproblematik in Unternehmen entstand die Idee, ein Trainingskonzept zu entwickeln, das die metakognitiven Methoden in der betrieblichen Stress-Prävention einsetzt. Vor dem Hintergrund einer Vielzahl von Berichten über zunehmende Belastungen, Stress und Burnout  und eines überwältigenden, qualitativ sehr heterogenen Seminarangebots in diesem Feld war der Bedarf nach wissenschaftlich fundierten und geprüften Konzepten nicht zu übersehen.
 
In Zusammenarbeit mit der Universität Lübeck wurde addisca (lat: „Lerne hinzu!“) gegründet und nach einer Phase intensiver Konzept- und Trainingsentwicklung fand im Mai 2011 der erste Workshop statt, erst einmal für „friends & family“.  Schon die ersten Trainings waren sehr begehrt und die Begeisterung der Teilnehmer führte dazu, dass das neue Konzept sich schnell herum sprach. Nach mehreren Jahren Workshops und vielen Trainings-Teilnehmern wurden im Sommer 2013 alle ehemaligen Teilnehmer durch ein unabhängiges wissenschaftliches Institut zu ihren Erfahrungen mit dem Training und dessen längerfristiger Wirkung befragt. Hierbei zeigte sich: Fast alle Teilnehmer der Befragung berichten, dass sie mit Belastungen gelassener umgehen können. Sie sind in der Lage, ineffizientes Grübeln, Sorgen und Ärgern schneller zu bemerken und diese Denkprozesse zu unterbrechen. Es fällt ihnen leichter, Prioritäten zu setzen und mit wichtigen Themen und Veränderungen proaktiver und offener umzugehen.
  
Der Fokus des addisca Trainings liegt auf praktischen Übungen, die darauf abzielen, eigene nicht-hilfreiche Denkmuster zu erkennen, zu unterbrechen und abzulegen.  Hierzu werden verschiedene Techniken zum Training der Beobachterperspektive und zur Aufmerksamkeitssteuerung geübt. Es ist vergleichbar mit einem Fahrsicherheitstraining für Autofahrer. Zunächst werden die Zusammenhänge erklärt, damit man sich leichter auf die Fahr-Experimente einlassen kann und die Mechanismen besser versteht. Danach werden Übungen durchgeführt, die ungewohnt und häufig kontraintuitiv sind. Wie das Fahrtraining ist das Ergebnis ist eine Mischung aus Verständnis, Aha-Erlebnissen und einigen praktischen Erfahrungen. Es bietet damit  die Grundlage, die vermittelten Fertigkeiten in Erfahrungswissen und neue Denkgewohnheiten zu überführen. Und ähnlich wie das Fahrtraining die Fahrsicherheit und die Freude am Autofahren erhöht, ist man mit metakognitiven Fertigkeiten besser für den Alltag gerüstet.
  
Mit etwas Übung haben wir die Wahl, mit welchen Gedanken wir uns intensiver beschäftigen wollen und damit auch die Möglichkeit, mit belastenden Gedanken anders umzugehen – und zwar in einer Weise, die Belastungen verringert und Druck und belastende Emotionen reduziert. Und so ist auch die Quintessenz des Workshops:  Alle Menschen haben automatische Gedanken – aber nicht die Inhalte unserer Gedanken sind wichtig, sondern die Art und Weise, wie wir auf die Gedanken reagieren. Und wir alle können lernen, unsere Art zu reagieren zu verändern.  Damit wird unser Denken effektiver und wir wählen bewusst, wofür wir unsere geistige Kraft einsetzen, für weniger Belastung und mehr Lebensqualität.


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