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Digital Leadership: Eine neue Führung ist gefragt

Da klafft eine Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit: In Zeiten der Transformation rückt Digital Leadership, auch Leadership 4.0 genannt, immer mehr in den Fokus von Unternehmen. Allerdings fühlt sich laut aktueller Studien nur eine geringe Anzahl an Führungskräften auch wirklich gewappnet für die digitale Revolution. Ein eigener Chief Digital Officer (CDO) ist in den meisten Firmen Fehlanzeige – einen Digital Leader, der die Transformationsprozesse begleitet und managt, sich nicht nur für Technik begeistern kann, sondern auch Empathie und Haltung zeigt, und weiß, wie man sein Team im digitalen Zeitalter führt. 

Was ist überhaupt ein Digital Leader?

Ein Digital Leader unterscheidet sich durch seine Führungsmethode stark von klassischen Führungskräften. Hierarchien gibt es im Digital Leadership nicht. Ein Digital Leader führt auf Augenhöhe und partizipierend. Agilität, Flexibilität und Schnelligkeit sind von ihm gefragt – das setzt ein entsprechendes Mindset voraus. 

Gefordert ist ein Digital Leader in vielerlei Hinsicht: Die Ansprüche und Bedürfnisse der Mitarbeiter an den Arbeitsplatz ändern sich, viele wollen mehr eingebunden werden und mitentscheiden. Aus diesen Wünschen resultieren flexible Arbeitszeiten, Home-Office, mobile Einsatzorte, Teamwork ohne Präsenz und vieles mehr, was die Digitalisierung möglich macht. Ein Digital Leader weiß damit umzugehen. Neben einer hohen Affinität zu digitaler Technik bringt er vor allem Innovationsgeist und Visionen mit. Er beherrscht den Umgang mit digitalen Tools genauso gut wie den mit den Mitarbeitern, denen er zwar klare Ziele steckt, ihnen zum Erreichen dieser jedoch viele Freiheiten einräumt.

Welchen Herausforderungen begegnet der Digital Leader?

  • Der Digital Leader weiß, dass sein Team heterogen ist. Von ihm ist stetige Agilität gefragt, denn er führt individuell: Er erkennt, was die einzelnen Mitarbeiter jeweils von ihm brauchen. Bei ihm gibt es kein Gießkannenprinzip. Will der eine Mitarbeiter mehr Verantwortung übernehmen oder mehr eigene Ideen einbringen, ist ein anderer mit dem Status Quo vielleicht ganz zufrieden und erwartet gar nicht mehr. Fingerspitzengefühl und eine gute Menschenkenntnis sind gefragt – ein guter Digital Leader bringt beides mit, was ihm bei der zunehmenden Diversität in Teams zu gute kommt.
  • Darüber hinaus befinden sich auf dem Arbeitsmarkt derzeit drei Generationen an Mitarbeitern: die Generation X (1965 – 1980), die ausschließlich analog aufgewachsen und wenig digital-affin ist, die digital-geprägte Generation Y (1980 – 1995) und die völlig digitalen Youngsters der Generation Z (1995 – 2000). Das stellt Führungskräfte vor eine Herausforderung: Nicht jeder im Team will vollkommen digital und agil arbeiten. Der Digital Leader weiß darauf einzugehen, wie jeder Mitarbeiter am besten seine Leistung erbringen kann und schafft sowohl digitale als auch analoge Arbeitsräume, um das Maximale aus dem heterogenen Team herauszuholen.
  • Der Umgang mit flexiblen Arbeitszeiten und mobilen Einsatzorten stellt einen weiteren Anspruch an Digital Leader. Sie müssen optimale Rahmenbedingungen dafür schaffen. Virtuelles Führen gehört für sie deshalb zum Tagesgeschäft. Mit Hilfe digitaler Tools, wie Messenger-Dienste, Videokonferenzen oder Projektmanagementsysteme, führen sie ein Team auch aus der Ferne. Das setzt ein hohes Maß an Vertrauen in die Mitarbeiter voraus. 
  • Nicht zuletzt spielen Digital Leader auch in der Transformation von Geschäftsmodellen und Produkten eine Rolle. Sie treiben die Digitalisierung dort voran, wo sie den größten Nutzen innerhalb der Wertschöpfungskette versprechen. Welche Produkte und Dienstleistungen können durch den Einsatz von Technologien angeboten werden? Kundenorientierung spielt bei der Umsetzung eine wesentliche Rolle. So können durch digitalen Einsatz neue Geschäftsbereiche erschlossen werden.

4 Tipps für Digital Leader

Wie wird eine Führungskraft nun aber zum guten Digital Leader? Ein paar Tipps können sie auf dem Weg dorthin unterstützen:

1. Auf Weiterbildung setzen

Auch eine Führungskraft hat nie ausgelernt. Weiterbildungen zahlen sich aus. So bieten sich für Digital Leader etwa Seminare zu “Agiles Führen” oder “Führen auf Augenhöhe” an. Aber auch Schulungen in Soft Skills wie “Motivation” oder “Experimentierfreude” können Sinn machen.

2. Virtuelles Führen nutzen

Egal, ob Generation X, Generation Y oder Generation Z: Flexible Arbeitsmodelle tragen zu einer guten Work-Life-Balance bei und sind bei allen gern gesehen. Führungskräfte können davon profitieren, indem sie diese Modelle anbieten. Sind die Mitarbeiter mit der Arbeit und Arbeitsumgebung zufrieden, arbeiten sie motivierter und produktiver. Vertrauen in die Mitarbeiter, digitale Tools sowie virtuelle Führung ermöglichen eine gute Zusammenarbeit über räumliche Distanz.

3. Verständnis aufbringen

Ja, die Mitarbeiter der Generation X, Y und Z bringen eine unterschiedliche digitale Affinität mit. Jedoch sollte ein Digital Leader die Mitarbeiter nicht vorschnell verurteilen. Schubladendenken ist fehl am Platz. Viel mehr sollten sich Führungskräfte über die einzelnen Generationstypen informieren und sich für ihre Mitarbeiter interessieren. Das schärft ein Verständnis für den richtigen Umgang mit dem einzelnen Mitarbeiter und lässt eine individuelle Bewertung zu. Denn nicht jeder Kollege der Generation X braucht Nachhilfe im Umgang mit digitalen Tools, genauso wenig wie jeder Youngster der Generation Z automatisch fit im Umgang mit digitalen Prozessen ist.

4. Mitarbeiter coachen und motivieren

Ein Digital Leader versteht sich weniger als Chef seines Teams, sondern viel mehr als Coach. In virtuellen Arbeitsverhältnissen ist die Rolle des Chefs als Coach und Motivator wichtiger denn je. Mitarbeitergespräche sollten deshalb häufiger als einmal im Jahr stattfinden. Sind Chef und Mitarbeiter räumlich getrennt, ist regelmäßiges Feedback unentbehrlich – am besten bei persönlichen Treffen, sofern sich diese von Zeit zu Zeit einrichten lassen.

Leadership 4.0 mag zwar in vielen Unternehmen zunächst eine Herausforderung sein. Doch keine, die sich nicht meistern lässt, sondern echte Chancen birgt – wenn man ihr offen, agil und flexibel begegnet.


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