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Extrovertiert im Job

Extrovertiert im Job: So nehmen Sie sich zurück

Was Sie von Introvertierten lernen können

Wer im Job erfolgreich sein will, muss extrovertiert sein. So lautet zumindest die allgemeine Auffassung. Denn unsere westliche Gesellschaft ist so ausgerichtet, dass Extraversion als erstrebenswert gilt, während Introversion eher als Schwäche abgestempelt wird. In östlich geprägten Ländern, etwa in Japan, verhält sich das häufig anders. Dass Erfolg nicht ausschließlich extrovertierten Persönlichkeiten vorbehalten ist, zeigen Menschen wie Angela Merkel oder Barack Obama ganz deutlich. Mit introvertierten Charakterzügen lässt sich nämlich selbst in dieser lauten Welt in vielerlei Hinsicht punkten. Wir zeigen Ihnen deshalb in diesem Beitrag, welche Vorteile introvertierte Persönlichkeitsmerkmale mitbringen und was Extrovertierte tun können, um sich im Berufsalltag etwas zurück zu nehmen und mehr auf ihre introvertierte Seite zu hören.

Extrovertiert vs. introvertiert: Der Hauptunterschied

Menschen sind unterschiedlich: Manche richten ihre psychische Energie eher nach innen (introvertiert), andere eher nach außen (extrovertiert). Um es einfach zu erklären: Extrovertierte schöpfen ihre Energie vorrangig aus der Gegenwart anderer Menschen, sind gerne in Gruppen aktiv, reden viel und laut und stehen gerne im Mittelpunkt. Introvertierte brauchen zum Aufladen ihrer Energiereserven dagegen Ruhe und Abgeschiedenheit. Sie sind häufig zurückhaltend, beobachten viel, reflektieren noch mehr und legen großen Wert auf ihr Innenleben. Haben Introvertierte ausreichend innere Reize, um Energie zu tanken, so mangelt es Extrovertierten genau daran: Sie brauchen äußere Impulse.

Egal, ob eher introvertiert oder eher extrovertiert: Beide Persönlichkeitsprofile sind durchaus normal und in unserer Gesellschaft vertreten. Und genau das macht es im (Berufs-)Alltag häufig schwer – vor allem für Introvertierte, die vom stark extrovertiert geprägten Umfeld gerne als schüchtern, distanziert, verschlossen, unsicher, überheblich und uncool wahrgenommen werden. Sie sind eben in der Regel weniger kontaktfreudig, gesellig, spontan, impulsiv, kommunikativ und ausdrucksstark als Extrovertierte. Eigenschaften, die einem im Leben häufig weiter und auf der Karriereleiter leichter nach oben helfen. Doch Extrovertierte bringen auch einige Eigenschaften mit, die eher von Nachteil sind, und können sich von Introvertierten deshalb noch einiges abschauen.

Nachteilige Eigenschaften: So können Extrovertierte damit umgehen

Eigenschaften wie Dominanz und Ausdrucksstärke sind im beruflichen Umfeld häufig gerne gesehen: Sie verleihen einem Selbstbewusstsein und Respekt und es gelingt damit leichter, andere zu überzeugen. Doch mit mancher Eigenschaft kann man auch anecken:

  • Aufdringlichkeit
    Kontaktfreude und Offenheit sind in einem gewissen Rahmen schön und gut. Allerdings können sie von anderen als aufdringlich wahrgenommen werden. Extrovertierte müssen sich klar machen, dass nicht jede:r Interesse an einem Gespräch oder Smalltalk hat, und dass sie nicht für jede:n der Mittelpunkt des Universums sind.

    Wie damit umgehen?
    Um nicht als aufdringlich und egozentrisch wahrgenommen zu werden, hilft es, auf andere einzugehen, ihnen zuzuhören und sich selbst weniger ins Rampenlicht zu rücken.

  • Risikofreude
    Extrovertierte neigen dazu, sich weniger den Kopf über mögliche Konsequenzen zu zerbrechen oder Dinge bis zum Ende zu durchdenken. Sie sind leichtsinniger und machen einfach, ohne sich der Folgen für sich und vor allem für andere bewusst zu sein.

    Wie damit umgehen?
    Um kein unnötiges Risiko einzugehen, sollte man sich im Vorfeld etwas mehr Gedanken machen und dafür ein bisschen Zeit einplanen. Welche Folgen können mit der geplanten Handlung einhergehen? Welchen Schaden kann ich damit anrichten? Ist es das Risiko trotzdem wert?

  • Unterdrückung
    Extrovertierte tendieren dazu, ihren Willen durchzusetzen – häufig ohne Rücksicht auf Verluste. Sie lassen gerne die Interessen anderer außer Acht, benachteiligen sie damit und unterdrücken deren Prioritäten.

    Wie damit umgehen?
    Niemand wird gerne unterdrückt. Selbst wenn dies unbewusst geschieht, macht es die Sache nicht besser. Deshalb lieber mal die Füße still halten, die eigenen Interessen zurückhalten und sich in andere hineinversetzen. Impulsives Verhalten, bei dem nicht nach links und rechts geschaut wird, kann einem das Genick brechen.

  • Langeweile
    Extrovertierte preschen gerne vor. Sie sind für jedes Abenteuer zu haben und scheuen sich vor keinem Risiko – Hauptsache Action und Entertainment. Ist das nicht gegeben, fühlen sie sich schnell gelangweilt. Das Problem: Sie glauben, dass es jedem und jeder genauso ergeht. Wenn Extrovertierte und Introvertierte da aufeinandertreffen, kann das zu Konflikten führen.

    Wie damit umgehen?
    Kompromissbereitschaft ist vielleicht nicht die Stärke von Extrovertierten, aber tatsächlich die Lösung. Wem es gelingt, einen Blick über den eigenen Tellerrand zu werfen, der gewinnt Verständnis für Menschen, die anders ticken. Drängen führt da leicht zu Konflikten. Deshalb müssen Kompromisse sein.

  • Unruhe
    Während Introvertierte das Alleinsein genießen, werden Extrovertierte schnell unruhig, wenn sie zu lange mit sich alleine sind. Ihnen fehlen die äußeren Reize. Sie wissen nicht so viel mit sich alleine anzufangen.

    Wie damit umgehen?
    Mit sich allein zu sein, kann man lernen. Dann erst bietet sich die Gelegenheit tief in sich hineinzuhören. Reflexion ist unglaublich wichtig im Umgang mit sich selbst und mit anderen. Und genau diese ist in Ruhe und im Alleinsein möglich.

Der introvertierten Seite freien Lauf lassen

Die wenigsten Menschen sind rein intro- oder rein extrovertiert. Eine Seite ist meistens stärker ausgeprägt. Weil unsere westliche Gesellschaft stark extrovertiert gepolt ist, müssen Introvertierte häufiger ihre Komfortzone verlassen und dem extrovertierten Umfeld gegenübertreten – das funktioniert überwiegend durch Anpassung. Umgekehrt werden Extrovertierte selten dazu veranlasst, ihre introvertierte Seite einzubringen. Viele kennen sie deshalb häufig nicht einmal. Doch es lohnt sich, diese kennenzulernen. Denn Introversion hat große Stärken:

  • Unabhängigkeit:
    Von diesem Punkt haben Introvertierte vor allem im Zuge der Corona-Pandemie profitiert: Mit Kontakt-  und Ausgangsbeschränkungen haben sie weniger Schwierigkeiten als Extrovertierte. Denn “Intros” fühlen sich mit sich allein wohl und sind nicht auf den Austausch mit anderen oder die Wirkung auf andere angewiesen. Damit machen sie sich unabhängig.

  • Gute Zuhörer:innen:
    Introvertierte sind nicht nur sehr aufmerksame Beobachter:innen, sondern auch gute Zuhörer:innen. Weil sie sich selbst nicht so sehr in den Mittelpunkt stellen, reden sie meist nur dann, wenn sie etwas zu sagen haben. Ansonsten überlassen sie anderen gerne das Wort und hören zu.

  • Analytisches Denken:
    Treten Probleme auf, sind Introvertierte meist diejenigen, die schnell Lösungen finden. Warum? Sie besitzen analytisches Denkvermögen und sind Meister:in im Reflektieren. Wird ihnen häufig nachgesagt, sie würden vieles zerdenken, so profitieren sie von dieser Eigenschaft genau dann, wenn es ernst wird. 

  • Kaum Langeweile:
    Langeweile kennen Introvertierte kaum. Gibt es gerade nichts zu tun, beschäftigen sie sich mit sich und ihrem Innenleben. Sie können auch Stunden damit verbringen, gute Bücher zu lesen, Musik zu hören oder sich in der Natur aufzuhalten. Weil sie dadurch ihre Energiespeicher auftanken, wird es ihnen damit nie langweilig.

  • Konstanter Ruhepol:
    Egal ob im Berufs- oder im Privatleben: Introvertierte behalten in stressigen Zeiten einen klaren Kopf und bewahren Ruhe. Sie sind dann der Ruhepol, den das hektische Umfeld braucht. Dadurch gelingt es ihnen, in diesen turbulenten Zeiten gut durchdachte Entscheidungen zu treffen.

Seine introvertierte Seite zuzulassen und sinnvoll einzusetzen, kann einen den Alltag oftmals erleichtern. Es hilft zu erkennen, was einen wirklich ausmacht und was einem wichtig ist. Der introvertierten Seite ist es egal, wie man nach außen wirkt. Sie macht sich nichts daraus, überall dabei zu sein und gesehen zu werden. Sie gibt nichts auf die Fremdwirkung, die dazu dient, das eigene Ego zu pushen. Stattdessen hilft sie, Ruhe zu finden, Gedanken zu sortieren, in turbulenten Zeiten Balance zu halten und bei Erfolg nicht abzuheben. Deshalb ein Tipp an alle Extrovertierten: Halten Sie öfter mal inne und finden Sie Anlässe, um zu reflektieren. Dabei werden Sie Ihrem eigenen Ich sehr bald näher kommen und lernen, sich auch mal zurückzunehmen und zu besinnen.


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