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Home-Office: Welche Fallstricke dort lauern

Home-Office: Welche Fallstricke dort lauern

9 Probleme, die mit der Arbeit im Home-Office einhergehen können

Im ersten Moment klingt die Möglichkeit, im Home-Office zu arbeiten, für viele Arbeitnehmende wie Musik in den Ohren. Länger schlafen, kein Anfahrtsweg, kein:e Chef:in, der/die einem über die Schulter guckt, mehr Zeit für die Familie… Ja, zuerst denken wir an all die Vorteile, die mit der Arbeit zu Hause einhergehen. Es ist jedoch nicht alles Gold, was glänzt. Denn im Home-Office lauern durchaus Fallstricke. Welche, darauf werden wir nun eingehen.

#1 Ablenkungen

Zugegeben: Auch im Büro gibt es Ablenkungen. Kolleg:innen, die gerne mal ein bisschen plaudern, eine große Geräuschkulisse im Großraumbüro oder viel Publikumsverkehr, der am Arbeitsplatz vorüberzieht. Doch zu Hause ist die Vielfalt an potentiellen Ablenkungen weitaus größer. Das können die Störungen von anderen Personen im Haushalt sein, schreiende Kinder, bellende Hunde, aber auch etwa der Haushalt. Hier mal eben noch eine Maschine Wäsche starten, dort schnell Blumengießen oder mal eben noch Einkäufe verstauen. Auch das Internet kann eine Ablenkung darstellen. Hat man gerade noch was für eine Arbeitsaufgabe recherchiert, macht einen auf der Seite ein Werbebanner neugierig und man klickt schließlich munter durch das Sortiment des Online-Shops. All das ist möglich. Deshalb gilt es, auch im Home-Office eine disziplinierte Arbeitsweise zu finden mit Routinen und Struktur. 

#2 Arbeitszeiten

Ein weiterer Fallstrick stellen die Arbeitszeiten dar. Hier ist mit dem Arbeitgeber unbedingt zu klären, welche Arbeitszeiten im Home-Office gelten. Dieselben wie im Büro oder doch eher Vertrauensarbeitszeit? Auch muss geklärt sein, wie diese Arbeitszeiten und Pausen erfasst werden und wie die Erreichbarkeit bei der Arbeit in den eigenen vier Wänden sein sollte. Die Arbeitszeiten sind ein sensibles Thema. Denn hier lauern bei der Arbeit im Home-Office gleich zwei Risiken: Das eine Extrem ist Arbeitszeitbetrug, das andere sind fehlende Pausen und das Überschreiten gesetzlicher Arbeitsgrenzen, weil die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben im Home-Office miteinander verschwimmen. Hier ist es die Aufgabe der Arbeitnehmer:innen, auf die Einhaltung zu achten, andernfalls kann dem Unternehmen ein Bußgeld drohen. Im Idealfall dokumentieren Sie Ihre Zeiten sowie Krankheits- und Fehltage und legen diese Ihrer Führungskraft in regelmäßigen Abständen vor.

#3 Fehlende soziale Kontakte

Der Plausch mit anderen Mitarbeitenden auf dem Flur ist im Home-Office nicht möglich. Es fehlt schlichtweg an sozialen Kontakten innerhalb der Belegschaft. Denn auch wenn interne Messengerprogramme oder Videokonferenztools für die Zusammenarbeit genutzt werden: Bei diesem digitalen Austausch beschränkt sich meist alles auf den beruflichen Alltag. Das Zwischenmenschliche kommt zu kurz. Das kann zu Einsamkeit und im schlimmsten Fall gar zu Depressionen führen. Im Sinne des Betrieblichen Gesundheitsmanagements sollten deshalb Führungskräfte darauf achten, dass es auch im Home-Office Möglichkeiten zum unkonventionellen Austausch gibt. Hier mal ein gemeinsames Online-Frühstück oder ab und an während der Arbeitszeit mit dem oder der Lieblingskolleg:in ein privates Gespräch zu führen, sollten drin sein.

#4 Überforderung

Die Arbeit im Home-Office will gelernt sein. Denn sich komplett selbst zu organisieren, ist für viele Fachkräfte neu. Außerdem sind sie im Home-Office auf sich allein gestellt. Bei Schwierigkeiten können sie nicht einfach schnell über den Schreibtisch rufen und den oder die Büropartner:in fragen, wie sie oder er da rangehen würde. Sich mit Aufgaben allein gelassen und gar überfordert zu fühlen, kann die Psyche negativ beeinträchtigen.

#5 Kostenübernahme

Wer im Home-Office arbeitet oder arbeiten muss, hat dort natürlich höhere Nebenkosten bzw. Kosten, die verstärkt durch die Arbeit zu Hause anfallen. Ehe es böses Blut gibt, sollte mit dem Arbeitgeber eine Vereinbarung getroffen werden, wie etwa mit Miete, Strom- und Internetkosten umgegangen wird. Hier können sich Arbeitgeber anteilig beteiligen. Beachten Sie jedoch in dem Zusammenhang auch, welche Kosten im Home-Office Sie steuerlich absetzen können.

#6 Datenschutz

Wer mit geschäftlichen Daten zu Hause arbeitet, egal ob in Papier- oder in digitaler Form, muss den geltenden Datenschutz beachten. Es müssen Vorkehrungen getroffen werden, um vertrauliche Dokumente vor unbefugten Dritten zu schützen. Mehr Informationen zu Datenschutz im Home-Office finden Sie in diesem Beitrag.

#7 Cyberkriminalität

Die Sicherheitslücken sind bei der Arbeit im Home-Office meist größer als im Büro, vor allem dann, wenn private Endgeräte genutzt werden. Das lockt Cyberkriminelle magisch an. Werden dann noch in Eigenregie Updates durchgeführt, über dasselbe Geräte private E-Mails geöffnet und bearbeitet, haben Cyberkriminelle leichtes Spiel. Allein schon deshalb sollte es für den dienstlichen und den privaten Gebrauch separate Rechner geben. Wichtig ist auch, dass die Firmen-IT Ihren Heimarbeitsplatz auf potentielle Sicherheitslücken untersucht und hier optimiert.

#8 Unfall

Wer im Büro arbeitet, ist bei einem Unfall versichert. Zu Hause ist das nicht immer ganz so klar. Generell gilt die gesetzliche Unfallversicherung auch im Home-Office. Aber dort ist nicht immer eindeutig, ob der Unfall in direktem Zusammenhang mit der Arbeit passiert ist oder bei einer privaten Absicht. Wer also etwa die Treppe hinunter stürzt, weil es sich in der Küche einen Snack holen wollte, der geht in der Regel leer aus. Weitere Informationen zum Thema Unfall im Home-Office finden Sie in diesem Beitrag.

#9 Anspruch

Anders als in anderen Ländern, etwa den Niederlanden, gibt es in Deutschland bislang noch keinen gesetzlichen Anspruch auf Home-Office. Bevor Sie irgendwann aus allen Wolken fallen, weil Ihr Arbeitgeber Sie zurück ins Büro ordert  und Home-Office komplett eingestellt wird, sollten Sie eine passende Regelung schriftlich festhalten. Diese kann im Arbeitsvertrag oder als Ergänzung zum Arbeitsvertrag erfolgen. Welche Home-Office-Regelung Ihr Arbeitgeber Ihnen einräumt, sollte eindeutig schriftlich dokumentiert sein.


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