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Gehaltsverhandlung – Frauensache?

10 Tipps für Lohnverhandlungen in Zeiten von Gleichstellungstag und Equal Pay Day

Rund 20% weniger Gehalt, Chancenungleichheit, oft in Teilzeitberufen tätig: So sieht das weibliche Beschäftigungsbild in Deutschland meist aus. Mit einem Fünftel weniger Gehalt belegt Deutschland in puncto Lohndiskriminierung sogar Platz 2 im EU-Durchschnitt, der 2017 bei 16 Prozent lag. Nur in Estland fällt die Lohnbenachteiligung im Sinne des Gender Pay Gaps für Frauen mit rund 25 Prozent noch stärker ins Gewicht.

Zwei wichtige Daten sprechen dabei stellvertretend für gehaltsspezifische Unterschiede. Der Equal Pay Day beschreibt symbolisch den Tag, an dem der Gehaltsunterschied zwischen Frauen und Männern bei gleichem Stundenlohn wieder ausgeglichen ist. Im Jahr 2020 datiert sich dieser auf den 17. März. In Zahlen bedeutet das, dass Frauen 77 Tage unentgeltlich arbeiten, ehe sie ab Mitte März wieder mit den Herren gleichgestellt sind. Wohl gemerkt, bei gleichem Stundenlohn!

Am 26. August wiederum ist Frauengleichstellungstag, der anlässlich der Einführung des Frauenwahlrechts in Amerika im Jahr 1920 eingeführt wurde. Genau der richtige Anlass also, um das asynchrone Gehaltsbild von Frauen und Männern und den damit verbundenen wichtigen Punkt der Gehaltsverhandlung in den Mittelpunkt zu rücken. Wie gelingt diese, damit bei Ihnen von Gender Pay Gap nicht mehr die Rede ist? Mit uns optimieren Sie Ihr Verhandlungsgeschick. Unsere Tipps für ein erfolgreiches Gehaltsgespräch.

1. Der richtige Zeitpunkt

Bei vielen Dingen im Alltag gibt es oftmals nicht den richtigen Zeitpunkt. Bei der Gehaltsverhandlung kann man jedoch auf die Kraft des richtigen Timings setzen und diese möglicherweise nach dem Abschluss eines erfolgreichen Projekts oder eines vielversprechenden Kundenauftrags ansetzen. So liegen Ihre Erfolge klar auf der Hand und sind auch dem Chef noch präsent im Hinterkopf. Einmal im Jahr sind Gehaltsverhandlungen notwendig, um die Inflationsrate auszugleichen.

2. Mund auf!

Männer sprechen gerne von Erfolgen und Leistungen und verkaufen ihre Taten als lohnenswert. Gerade Frauen tendieren stark dazu, ihre eigene Leistung als selbstverständlich vorauszusetzen und als nicht nennenswert wahrzunehmen. Formulieren Sie Ihre Argumente am besten schon im Vorfeld. So sind sie gerade in der Stresssituation leichter abrufbar und zudem gut durchdacht. Auch prozentuale Erhöhungen besser vorher durchrechnen, um Angebote seitens des Chefs schneller einordnen zu können.

3. Stärken stärken

Dies führt uns zu dem Punkt, die eigenen Vorzüge klar benennen zu können. Überlegen Sie sich, worauf Sie im Berufsalltag stolz sein können, was Sie geleistet haben, was Sie bewegt haben, welche Entscheidungen durch Ihre Hilfe richtig getroffen wurden, welche Projekt dank Ihrer Hilfe den richtigen Boost erhalten haben. Sie sind in diesem Gespräch der Verkäufer Ihres eigenen Produkts, nämlich Ihnen als Person.

4. Achten Sie auf Ihre Körpersprache

Das Haar fahrig hinter das Ohr streichen, nervöses Fußgewippe und hektische Gesten sind Gift für ein souveränes Auftreten. Entspannen Sie sich. Gerade, gestraffte Schultern, ein offener, selbstbewusster Blick in Kombination mit locker ineinander gefalteten Händen weisen Sie als würdigen Verhandlungspartner aus.

5. Konkrete Forderungen stellen

„Chef, könnte ich vielleicht mehr Gehalt bekommen?“ Eine Äußerung wie diese stellt Sie sofort ins Aus. Besser sind klare, zielgerichtete Formulierungen wie „Ich stelle mir ein Jahresgehalt von 45.000€ vor.“ Deutliche Äußerungen zeugen zudem von Kompetenz und Selbstsicherheit, die Ihnen sicherlich von Nutzen sind. Extra-Tipp: Sprechen Sie auch privat von Ihren Vorstellungen und Zielen für die Arbeit. Wer Routine in Sachen Beruf bekommt, beweist automatisch mehr Kompetenz und Souveränität.

6. Die richtigen Grenzen abstecken

Viele fragen sich, welche Gehaltsspanne oder welches Jahresgehalt sie nennen sollen. Gute Anlaufstellen sind Branchenseiten oder Lohnvergleichsportale. Für einen Gehalts-Kick jedoch lohnt es sich, sich an dem Gehalt der Herren zu orientieren. Mit einem etwas höheren Gehalt einzusteigen, ist ebenfalls ein guter Schachzug, da Ihr Chef sicherlich verhandeln möchte. Falls nicht, haben Sie sogar einen Bonus in der Tasche. Keine falsche Scheu vor höheren Summen oder der Angst, unsympathisch rüberzukommen! 

7. Einen Rückschlag aushalten

Ein Gehaltsgespräch ist nicht per se von Erfolg gekrönt. Reflektieren Sie in aller Ruhe das Gespräch. Notieren Sie sich starke Momente und Momente, die Sie gerne verbessern würden. Fehler macht jeder, nutzen Sie diese konstruktiv und verbessern Sie Ihr Verhandlungsgeschick. Auf Grundlage dieser Notizen bereiten Sie sich auf das nächste Gespräch vor.

8. Am Ball bleiben 

Das Nein ist ausgesprochen, Sie haben Sich Ihre Notizen gemacht und nun? Heißt es am Ball bleiben. Lassen Sie sich von einem missglückten Gespräch nicht entmutigen. Sehen Sie die Verhandlung eher als spannenden Wettkampf, an dessen Ende Sie auf dem Siegertreppchen stehen wollen. Und sollte sich die Verhandlung mal nicht direkt monetär auszahlen, plädieren Sie für einen neuen Firmenwagen, eine lohnende Weiterbildung oder eine höhere Einzahlung in das betriebliche Rentenprogramm.

9. Gehaltserhöhung – und jetzt?

Geschafft, das Gehaltsgespräch ist gut gelaufen! Dieses freudige Ergebnis sollte am besten schriftlich fixiert werden. Mündliche Absprachen geraten ansonsten in den Hinterhalt und die Mühe war vergebens.

10. Keine Scheu vor Weggängen

Wenn sich trotz aller guten Tipps und Vorangehensweise der finanzielle Erfolg nicht einstellt, überlegen Sie sich, ob der jetzige Arbeitsplatz noch der richtige für Sie ist. Keine falsche Scheu vor Neuem oder der Angst vor Unbekanntem! Sie leisten gute Arbeit, die entsprechend be-lohnt werden soll. Und dafür brauchen Sie das passende Umfeld.

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