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Home-Office und nebenher das Kind schon schaukeln?!

So lassen sich Heimarbeit und Kinderbetreuung unter einen Hut bringen

Home-Office: ein Arbeitsmodell, das für Flexibilität, Eigenständigkeit und Vereinbarkeit von Familie und Beruf steht – zumindest in der Theorie. Viele Arbeitnehmer erleben es nämlich in der Praxis gerade anders: Der lang gehegte Wunsch nach Heimarbeit wurde durch die Corona-Pandemie zwar vielleicht wahr: Er sah jedoch nie vor, dass die Kinder zeitgleich auch zu Hause sind. 

Schule geschlossen. Kindergarten zu. Wir werden das Kind schon schaukeln, denken sich Eltern anfangs noch. Die meisten merken jedoch schnell: Der Spagat zwischen dem Betreuen der Kinder und dem Erledigen der Jobaufgaben ist alles andere als einfach, vor allem für Alleinerziehende nicht. Sie können die Kinderbetreuung nicht auf zwei Schultern verteilen. Und selbst dann ist diese Herausforderung alles andere als ein Kinderspiel.

Arbeit und Erziehung unter einem Dach zu bewerkstelligen, ist ein Kraftakt und erfordert in erster Linie zwei Dinge: starke Nerven und Verständnis des Chefs und der Kollegen. Vor allem kleinere Kinder verstehen nicht, dass Mama und Papa zwar zu Hause sind, aber gerade keine Zeit für sie aufbringen können. Stattdessen wollen sie bespaßt werden. Stellen Sie sich also darauf ein: Ihr Arbeitsalltag wird im Home-Office häufiger unterbrochen werden. Sie werden langsamer vorankommen. Sie werden sich ein Stück weit  neu organisieren müssen. Unsere 8 Tipps können dabei eine Hilfestellung sein.

1. Erstellen Sie einen gemeinsamen Wochenplan

Um Struktur in den Corona-Alltag zu bringen, sollten Sie sich zusammen mit Ihren Kindern einen Wochenplan erstellen. Bei Schulkindern können Sie diesen auch Stundenplan nennen. Der Plan sollte feste Arbeits- und Spielzeiten enthalten. Je nach Alter der Kinder können Arbeitszeiten für sie in Schulzeiten umgewandelt werden. 

Was dabei wichtig ist:

  • Richten Sie sich feste Arbeitszeiten ein, die die gewohnten Routinen Ihrer Kinder berücksichtigen: Je kleiner die Kinder sind, desto wichtiger ist es, an festen Zeiten für Mittagessen, Mittagsschlaf und Spielzeit festzuhalten.

  • Ist Ihr Kind schulpflichtig? Legen Sie feste Lernzeiten fest, in denen Ihr Kind den Schulaufgaben nachkommt. Lassen Sie es diese selbstständig erledigen und planen Sie eine Zeit am Tag ein, zu der Sie diese gemeinsam kontrollieren. Achten Sie auf ausreichende Pausenzeiten für Ihr Kind: Kinder können sich in der Regel nicht so lange am Stück konzentrieren wie Erwachsene.

  • Lösen Sie sich von der Vorstellung, zwei, drei Stunden am Stück ungestört arbeiten zu können. Legen Sie im Wochenplan kurze Arbeitsintervalle von etwa 25 Minuten fest und versuchen Sie diese effektiv zu nutzen. Zwischen den Intervallen eine kurze Pause mit dem Kind einplanen. Diese kleinen Spielzeiten müssen nicht lange sein: Fünf Minuten reichen schon aus. Damit vermitteln Sie Ihrem Kind automatisch: Wenn du mich in Ruhe arbeiten lässt, haben wir zwischendrin immer wieder wertvolle Zeit füreinander.

2. Richten Sie sich einen festen Arbeitsplatz zu Hause ein

Suchen Sie sich einen Platz in Ihrer Wohnung, an dem Sie sich gut konzentrieren und von dem aus Sie Ihr Kind ganz gut im Auge behalten können. Wenn irgendwie möglich, sollte der Home-Office-Arbeitsplatz abschließbar sein, damit Sie dort auch nach Feierabend sensible Dokumente und Daten liegen lassen können, ohne zu riskieren, dass diese verloren oder kaputt gehen. Ein abschließbares Zimmer bietet zudem den Vorteil, dass Sie auch mal die Tür schließen und absolut ungestört arbeiten können. Machen Sie Ihrem Kind deutlich, dass dieser Bereich nur für Sie ist. Um das zu vereinfachen, können Sie Ihrem Kind in der Nähe ebenfalls einen Arbeitsplatz einrichten, etwa mit einem Laptop aus Pappe, einer alten ausgedienten Tastatur und allem, was Kindern Spaß macht: Malbüchern, Buntstiften, Knete… 

3. Legen Sie klare Kommunikationsregeln fest

Sie brauchen Kommunikationsregeln: Machen Sie Ihrem Kind deutlich, wann sie absolut nicht gestört werden wollen. Zum Beispiel: “Wenn Mama das Telefon am Ohr hat, braucht sie Ruhe” oder “Wenn Papa die Tür zum Arbeitszimmer schließt, kannst du nicht stören”. Sie können auch ein Spiel daraus machen: Wer länger still sein kann, der hat gewonnen. Wer den ersten Mucks macht, hat verloren. Legen Sie ein Zeichen für Ruhezeiten fest, zum Beispiel den Schweigefuchs, oder arbeiten Sie mit einer Glocke oder einem Gong, um zu verdeutlichen, wann Ruhephasen beginnen und enden.

4. Erziehen Sie Ihr Kind zur Selbstständigkeit

Viele Kinder sind es gewohnt, dass sie, sobald sie auf der Welt sind, rund um die Uhr von den Eltern beaufsichtigt und bespaßt werden. Dabei lernen sie jedoch nicht, sich selbst mit etwas zu beschäftigen. Die Folge ist: Sobald kein Erwachsener in der Nähe ist, fangen sie an, sich zu langweilen und werden dann quengelig. Nutzen Sie die Zeit jetzt zu Hause, um Ihr Kind zu mehr Selbstständigkeit zu erziehen. Sobald es alt genug ist, sollte es in der Lage sein, sich auch mal eine Weile alleine mit sich selbst beschäftigen zu können.

5. Nutzen Sie die Pausen effektiv

Pausenzeit ist Familienzeit. Nutzen Sie die Mittagspause nicht nur, um gemeinsam zu essen, sondern auch zum gemeinsamen Austoben. Sie werden merken: Das ist nicht nur gut für die Kinder, die danach erstmal etwas müde sind, sondern auch für Sie, um den Kopf wieder frei zu bekommen und sich nach der Mittagspause wieder auf Ihre Aufgaben konzentrieren zu können.

6. Nutzen Sie die Schlafzeiten des Kindes

Keine Kita, keine Schule. Was spricht dagegen, wenn Sie den Nachwuchs morgens einfach mal ein bisschen länger schlafen lassen als sonst und so die ungestörte Zeit bereits für die ersten Arbeitsaufgaben nutzen? Macht Ihr Kind noch Mittagsschlaf? Super! Legen Sie sich wichtige Tasks, die Ihre absolute Konzentration erfordern, in dieses Zeitfenster. Auch am Abend, wenn der Nachwuchs schon im Bett ist, können Sie im Zweifel noch ein Arbeitsintervall einlegen, wenn der Tag mit dem Kind nicht ganz so produktiv war, wie erwartet.

7. Wappnen Sie sich für Notfälle

Auch wenn Sie Ihren Arbeitsplatz als Tabuzone für das Kind erklärt haben: Gehen Sie nicht davon aus, dass Ihr Kind sich immer daran halten wird. Beugen Sie vor und legen Sie ein Malbuch, ein Puzzle, eine Rassel, ein Plüschtier – was auch immer Ihr Kind gerne mag – in Reichweite. Falls es doch mal unerwartet in eine Videokonferenz oder einen Call platzt, haben Sie so etwas in Reichweite, um es abzulenken und zu beschäftigen.

8. Teilen Sie sich die Betreuung, wenn möglich

Arbeiten Sie und Ihr Partner gerade beide im Home-Office? Dann teilen Sie sich die Betreuungszeiten des Kindes gleichmäßig auf, so dass jeder weitgehend ungestört seiner Arbeit nachgehen kann. Wenn ältere Geschwister im Haushalt leben, können auch diese mal für eine Weile den kleinen Bruder oder die kleine Schwester beaufsichtigen und bespaßen – und Ihnen so den Rücken freihalten.

Und sollte doch einmal etwas schiefgehen, reagieren Sie gelassen und seien Sie nicht so streng mit sich und dem Nachwuchs: Wenn Ihr Kind also mal in die Telefonkonferenz platzt oder im Hintergrund laut brüllt, nehmen Sie es mit Humor und bedanken Sie sich für das Verständnis der anderen. Viele von ihnen haben selbst Kinder – und kämpfen vielleicht sogar in diesem Moment mit den gleichen Problemen wie Sie.

Zu guter Letzt noch eine kleine Liste mit Ideen, wie Sie Ihre Kinder zu Hause beschäftigen und dabei ungestört arbeiten können:

  • Lassen Sie Ihre Kinder eine Show einstudieren, z.B. mit Handpuppen, dem Zauberkasten oder Faschingskostümen. Die Kinder sollen die Show ganz alleine vorbereiten, inklusive Eintrittskarten basteln. Die Premiere kann in der gemeinsamen Mittagspause oder zum Feierabend stattfinden.

  • Legen Sie abends Decken, Kissen und leere Kartons im Wohn- oder Kinderzimmer bereit: Mit denen können die Kinder Erlebnislandschaften mit Höhlen bauen. 

  • Halten Sie Buntstifte und Papier oder einen Fotoapparat bereit und lassen Sie die Kinder Alltagsszenen festhalten, die sie später gemeinsam besprechen.

  • Videokonferenzen gibt es auch für Kinder: Während Mama und Papa arbeiten, können die Kinder mit der Oma skypen und sich von ihr etwas vorlesen lassen. Gut eignen sich dazu Fortsetzungsgeschichten. 

  • Die Großeltern können auch jeden Morgen zur gleichen Zeit eine Sprachnachricht oder eine Videonachricht schicken mit einem Morgengruß und einer kleinen Aufgabe, die der Nachwuchs heute zu bewerkstelligen hat, zum Beispiel Spielecke aufräumen oder Bücher ins Regal einsortieren.

  • Wenn Sie einen Garten haben und Ihr Kind alt genug ist, dann schicken Sie es bei schönem Wetter für ein Stündchen oder zwei nach draußen. Ob mit Kreide malen, im Hof kicken, Springseil springen oder schaukeln: Im Freien können sich Kinder besser austoben als in der Wohnung. 

  • Sie können auch eine kleine Schnitzeljagd in der Wohnung vorbereiten. Verstecken Sie an verschiedenen Ecken kleine Hinweise für Ihr Kind. Ist das Kind schulpflichtig, können Sie es auch an jeder Station eine kleine Schulaufgabe erledigen lassen. Am Ende wartet wann eine Süßigkeit oder eine andere Belohnung. 

  • Nutzen Sie digitale Medien: Im Internet (und auch im Fernsehen) gibt es aktuell sehr viele (Lern-)Angebote für Kinder. Neben täglichen Sportstunden für Kinder finden sich inzwischen auch Online-Touren durch Museen, Kindertanzstunden, Marionettentheater und vieles mehr im Netz. 

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