Krisenmanagement: Rettungsanker in der Misere

Krisenmanagement: Rettungsanker in der Misere

Wie sich Unternehmenskrisen bewältigen lassen

Gefeit ist vor Krisen niemand: Sowohl privat kann eine Krise jede:n treffen, etwa durch familiäre, gesundheitliche oder finanzielle Schicksalsschläge, als auch beruflich. Wie schnell Unternehmen in eine Krise rutschen können, haben wir in den vergangenen Jahren alle erlebt: Die Corona-Krise hat zahlreiche Existenzen gekostet. Auch Energiekrise, Inflation und Lieferengpässe machen vielen Unternehmen zu schaffen. Vielerorts rückt Krisenmanagement in den Fokus, um sich zu wappnen, Schlimmeres abzuwenden oder eine Lösung raus aus der Katastrophe zu finden. Doch was hat es mit Krisenmanagement auf sich?

Was ist Krisenmanagement?

Eine Unternehmenskrise tritt in der Regel plötzlich auf. Das betroffene Unternehmen steht auf einmal vor großen Schwierigkeiten und Herausforderungen. Die Zeit drängt. Entscheidungen müssen in Kürze getroffen werden, um Schlimmeres zu vermeiden. Hier setzt Krisenmanagement an. Darunter versteht man den systematischen Umgang mit einer Krisensituation, um diese zu bewältigen und die Zukunft des Unternehmens zu sichern. Lösungen müssen gefunden und erfolgreich umgesetzt werden, um das Aus des Unternehmens abzuwenden.

Krisenmanagement-Kurse

In manchen Unternehmen gibt es permanentes Krisenmanagement als Präventionsmaßnahme, um gar nicht erst in eine Krise zu rutschen oder bereits Maßnahmen parat zu haben für den Fall, dass die Krise eintritt. Häufig wird Krisenmanagement jedoch erst dann betrieben, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist. 

Ursachen von Krisen

Die Ursachen von Unternehmenskrisen sind vielfältig. Zu den häufigsten Auslösern gehören:

  • falsche Strategien
  • fehlende Innovationen
  • schlechte Planung
  • Missmanagement
  • ungünstiges Marketing
  • ignorierte Probleme
  • unvorhersehbare, externe Ereignisse.

Welche Krisen gibt es?

Tritt eine Unternehmenskrise auf, lässt sie sich in der Regel einem der folgenden vier Krisentypen zuordnen: 

  • Steuerungs- oder Entscheidungskrisen, verursacht durch Probleme bei Entscheidungen
  • Veränderungskrisen, verursacht durch die unzureichende Bereitschaft, sich Veränderungen anzupassen
  • existenzgefährdende Krisen, verursacht durch mangelnde Liquidität eines Unternehmens
  • Krisen, verursacht durch externe Ereignisse, z.B. Corona, Hackerangriff, Lieferengpässe

Ziele des Krisenmanagements

Je schneller eine Krise behandelt wird, desto größer ist der Handlungsspielraum. Zu den Zielen des Krisenmanagements zählen:

  • Schlimmeres abzuwenden
  • die kritische Unternehmenssituation zeitnah und langfristig zu beenden
  • das Unternehmen wieder in die richtige Bahn zu lenken.

Um diese Ziele zu erreichen, wird im Rahmen des Krisenmanagements häufig ein Krisenstab errichtet. Krisenmanager:innen, egal ob intern oder extern, werden hinzugezogen. Weil die Ursachen von Krisen und Krisensituationen in den Unternehmen sehr verschieden sind, gibt es keine allgemeingültige Handlungsempfehlung für den Umgang mit Krisen.

Phasen des Krisenmanagements

Allerdings gibt es beim Krisenmanagement vier klassische Phasen: 

  1.  Analyse
  2. Planung
  3. Umsetzung
  4. Kontrolle

Die einzelnen Schritte:

  1. Analyse:
    Bei der Analyse geht es um die Identifizierung der Krise. Man macht sich ein Bild von der Situation und eruiert den Ist-Zustand: Welche Ursache steckt hinter der Krise? Wie wirken sich diese auf das Unternehmen aus? Welche Faktoren spielen eine Rolle? Bei der Analyse wird die Grundlage für das weitere Vorgehen gelegt.

  2. Planung:
    In diesem Schritt geht es darum, Ziele festzulegen und passende Maßnahmen sowie Strategien zu entwickeln, um diese zu erreichen: Wie lässt sich die Krise abwenden und zu einem gesunden Status Quo zurückkehren?

  3. Umsetzung:
    Nun folgt die Umsetzung der im 2. Schritt festgelegten Maßnahmen. Diese Phase kann etwas mehr Zeit beanspruchen, vor allem dann, wenn größere Veränderungen, etwa Outsourcing von Abteilungen, Zusammenlegung von Fachbereichen oder Personalabbau, damit verbunden sind.

  4. Kontrolle:
    Im letzten Schritt werden die Ergebnisse der bisherigen Maßnahmen auf den Prüfstand gestellt und geschaut, ob die angestrebten Ziele erreicht wurden. Bestehen noch weitere Probleme? Müssen Maßnahmen nachjustiert werden? Sind weitere Strategien nötig?

Vor Krisen ist niemand gefeit: weder Privatpersonen noch Wirtschaftsunternehmen. Wichtig ist, in Krisensituationen schnell zu handeln, einen kühlen Kopf zu bewahren, in den Austausch zu gehen und auch die Krisenkommunikation nicht zu vernachlässigen. Nicht jede Krise bedeutet automatisch ein Aus. Es kann auch der Beginn eines Neuanfangs sein.

#Autor#
Vanessa Schäfer
Head of Content

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