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Nudging – für bessere und kürzere Meetings

Nudging

Manchmal braucht es nur einen kleinen Schubser

Seien Sie ehrlich: Wie oft saßen Sie schon in Besprechungen, haben wahrgenommen, dass einer der Kollegen vorne steht und munter seine Folien präsentiert und sind gedanklich abgedriftet? Passiert ja doch nichts. Kein Austausch. Keine Diskussion. Wie der Frontalunterricht früher in der Schule. Doch eine neue Meeting-Kultur ist im Kommen. Sie soll die Teilnehmer körperlich und geistig mehr aktivieren. Wie das funktioniert? Das Stichwort heißt Nudging, wörtlich übersetzt: ein kleiner Schubs.

Beim Nudging wird die Infrastruktur eines Meetings ein wenig geändert, so dass der Austausch und die Diskussion angeregt werden, sich mehr mit den Inhalten beschäftigt wird. Nudges beruhen auf Verhaltensbeobachtungen von Menschen. Dabei werden menschliche Denk- und Wahrnehmungsmuster genutzt, um Verhaltensänderungen anzustoßen, etwa die Neugier auf Neues oder die Tendenz, Großem mehr Beachtung zu schenken.

Fragen Sie sich nun, wie das in der Praxis funktioniert? Wir haben ein paar Nudges für mehr Effizienz Ihrer nächsten Meetings zusammengetragen.

Gallery-Walk-Nudge

Die wesentlichen Folien der Präsentation werden in Großformat ausgedruckt und an die Wände des Meetingraums gepinnt. Der Effekt: Die Meeting-Teilnehmer betreten nicht den Raum und lassen sich auf  den Stühlen nieder, sondern laufen im Raum umher. Sie bleiben vor den Folien stehen, sind näher dran und kommen dabei ins Gespräch – ganz so wie beim Besuch einer Galerie. Dieser Nudge regt automatisch Diskussionen an, die wesentlich mehr in die Tiefe gehen als bei einer Besprechung mit frontaler Powerpoint-Präsentation.

Think-Pair-Share-Nudge

Bei diesem Nudge wird die Beteiligung in drei Schritte aufgeteilt: think, pair und share. Die ersten beiden Schritte finden vor dem Meeting statt: “Think” bedeutet, dass sich jeder Meeting-Teilnehmer für sich allein Ideen zu einem vorgegebenen Thema notiert. Diese werden anschließend in Zweier-Teams (“Pair”) ausgetauscht. Zu guter Letzt heißt es “Share”: Die Ideen werden im Plenum, sprich im Meeting, mit allen geteilt. Von diesem Nudge profitieren in erster Linie die Stilleren, die sich sonst in Besprechungen kaum zu Wort melden. Die Vordiskussion in Zweiergruppen trägt zu mehr Sicherheit bei – zumal Ideen oftmals mehr Akzeptanz im Plenum finden, wenn sie vordiskutiert wurden.

Uhr-Nudge

Dieser Nudge ist für alle, die sich beschweren, wenn Meetings länger dauern als geplant. Warum ist das oft so? Ganz einfach: In den meisten Meeting-Räumen gibt es keine Uhr. Mit einer Uhr im Besprechungszimmer kann die Wahrnehmung der Zeit geschärft und auch deren Wert signalisiert werden. Dadurch geht man automatisch bewusster mit ihr um. Sie werden sehen: Eine Uhr im Raum allein reicht schon aus, um die Dauer von Meetings zu verkürzen. Alternativ lässt sich auch einfach die Standardzeit von Meetings herabsetzen, denn festgelegte Zeiten üben unbewusst Einfluss aus. Warum also nicht einfach mal 45 Minuten statt einer Stunde ansetzen?

Stimmungsselbsttest-Nudge

Manchmal wird es in Meetings auch ein bisschen lauter. Warum? Weil Mitarbeiter oftmals schon mit mieser Stimmung in die Besprechung gehen und ihren Frust dann dort abladen. Um das zu vermeiden, bietet sich der Stimmungsselbsttest-Nudge an. Dabei wird direkt als ersten Punkt ein Stimmungstest auf die Agenda gesetzt. Die Teilnehmer sollen sich selbst reflektieren und fragen: Wie geht es mir gerade? Von sich aus stellen sich diese Frage sonst nicht viele. Werden sich die Gesprächsteilnehmer ihrer negativen Gefühle bewusst, können sie unter Umständen kontrollierter damit umgehen – und die Konfliktfreude wird eingedämmt.

Resultate-Statistik-Nudge

Oft wird in Meetings viel geredet und doch kommt am Ende nicht viel dabei raus. Hier greift der Resultate-Statistik-Nudge. Dabei wird im Verlauf des Meetings auf einer Flipchart sichtbar für alle eine Statistik geführt. Sie kann zum Beispiel die Felder “Gelöste Probleme”, “Getroffene Entscheidungen” oder “Aufgaben” beinhalten. Bleiben Felder im Verlauf der Besprechung leer, baut das Druck auf: Man muss zielorientierer vorgehen, um sie zu füllen. So kommt unterm Strich inhaltlich mehr bei einem Meeting rum.

Silent-Finish-Nudge

Sie kennen es sicher auch: Da werden im Meeting Entscheidungen getroffen. Umgesetzt werden sie jedoch am Sankt-Nimmerleins-Tag. Die Überwindung, mit etwas Neuem zu beginnen, ist in der Praxis nun mal viel größer als in der Theorie. Um dieses Problem zu beheben, sollte man mit der Umsetzung am besten direkt starten. Der Silent-Finish-Nudge macht das möglich: Er räumt am Ende des Meetings den Teilnehmern Zeit ein, um die ersten Schritte zu planen und mit den ersten Aufgaben zu beginnen.


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