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Karriere nach Studienabbruch: In der Praxis lauert die Chance

Perspektiven für Studienaussteiger

Partnercontent – in Zusammenarbeit mit der IHK Mittlerer Niederrhein

Mit dem Projekt “Perspektiven für Studienaussteiger” versucht die IHK Mittlerer Niederrhein junge Menschen ans duale Ausbildungssystem heranzuführen und zur Fachkräftesicherung beizutragen.

Das Gefühl des Versagens, des Scheiterns, das kennt der Mittzwanziger Fabian Schmitt* zu gut. Sechs Semester BWL. Dann war das Studium plötzlich vorbei. Ein drittes Mal durch die Prüfung gerasselt. Automatische Exmatrikulation als Folge. Mit leeren Händen stand der Student auf einmal da. Ohne eine Ahnung, wie es jetzt weitergehen soll. Ohne Perspektive.

Interessante Zielgruppe für die duale Ausbildung

Dr. Egbert SchwarzFabian Schmitts Schicksal ist kein Einzelfall. Studienzweifler und -abbrecher gibt es jede Menge. “Im Bundesdurchschnitt verlassen derzeit 30% der Studierenden in Bachelorstudiengängen die Hochschule ohne Abschluss, das sind bis zu 100.000”, weiß Dr. Egbert Schwarz (Bild). Der Leiter der Weiterbildung bei der IHK Mittlerer Niederrhein sieht diese Studienaussteiger jedoch nicht als Problem an, sondern als echte Chance. “Sie sind eine interessante Zielgruppe für die duale Ausbildung und somit für die Fachkräftesicherung.”

Mit dieser Zielgruppe setzt sich die IHK Mittlerer Niederrhein derzeit intensiv in dem Projekt “Perspektiven für Studienaussteiger” auseinander. Ein Weltuntergang sei ein Studienausstieg nicht, sagt der IHK-Fachbereichsleiter und fährt fort: “Nicht für jeden, der ein Abitur aufweisen kann, ist ein Studium zwangsweise der richtige Weg.” Das kann Fabian Schmitt unterschreiben. Nach seiner Exmatrikulation hat er sich für eine Ausbildung zum Speditionskaufmann in einem Logistikunternehmen entschieden. Bereut hat er diese Entscheidung nicht. “Es wäre der bessere Weg gewesen, wenn ich zuerst eine Ausbildung gemacht und dann studiert hätte”, kann er inzwischen für sich sagen.

Lange Phase des Zweifelns geht Entscheidung voraus

Dass es auch eine Karriere gibt, die jenseits des Studiums stattfinden kann, zeigt das Studienaussteiger-Projekt der IHK Mittlerer Niederrhein. In individuellen Beratungen wird ein Profil mit den Wünschen und Kompetenzen der ratsuchenden Studienzweifler oder -aussteiger erstellt. “Wir versuchen in diesen Gesprächen mögliche berufliche Perspektiven aufzuzeigen”, so Dr. Egbert Schwarz. Dass ein Studienabbruch nicht von heute auf morgen kommt, hat er in der Praxis schon häufig erlebt. Die Entscheidung folge meist erst nach einer langen Phase des Zweifelns. Zweifel verursacht durch Leistungsprobleme oder Versagensängste bei Prüfungen, finanzielle Überforderung, mangelnde Motivation oder aber die Unzufriedenheit mit den Studienbedingungen.

Erkennen Dr. Egbert Schwarz und sein Mitarbeiterteam in den Gesprächen den Wunsch eines Studienaussteigers nach einer Berufsausbildung, kommt ein IHK-Ausbildungsberater ins Spiel. Gemeinsam geht es auf die Suche nach einer passenden Lehrstelle. Zeit verschenkt durch den vorzeitigen Ausstieg aus dem Studium haben Abbrecher nicht automatisch. Das Berufsbildungsgesetz bietet hier verschiedene Möglichkeiten. “Die Ausbildungszeit kann unter Umständen bis zu zwölf Monate verkürzt werden oder es kann eine vorzeitige Zulassung zur Abschlussprüfung erfolgen”, führt der IHK-Fachbereichsleiter Weiterbildung beispielhaft an.

Unternehmen, wie der Ausbildungsbetrieb von Fabian Schmitt, freuen sich über die Bewerbungen von Studienabbrechern. Gegenüber Schulabgängern bringen sie einige Vorteile mit, findet Dr. Egbert Schwarz: “Sie sind in der Regel reifer und aufgrund der Neuorientierung sehr leistungsbereit und zielstrebig. Außerdem haben sie oft schon gelernt, eigenständig zu arbeiten.” Hinzu kommt, dass viele Ratsuchenden gar nicht mehr so jung sind. “Wir haben in den Beratungsgesprächen häufig Studierende mit Anfang, Mitte 30”, berichtet der IHK-Bereichsleiter von seinen Erfahrungen.

Es gibt nicht nur einen Weg, Karriere zu machen

Das Gefühl, nicht gut genug für ein Studium zu sein, kennen Studienabbrecher zu gut. Denn obwohl viele Länder uns um unser duales Ausbildungssystem beneiden, ist dessen Wert innerhalb Deutschlands bei vielen noch nicht angekommen. Eine fundierte Ausbildung vermittelt neben Theorie nicht nur jede Menge praktisches Wissen. Nach ihr ist zwangsläufig auch noch nicht Schluss. “Man hat nach einer erfolgreichen dualen Ausbildung die Chance, durch den Fachwirt bis aufs deutsche Qualitätsrahmenlevel 6, mit dem Betriebswirt bis auf 7 zu kommen, was einem Bachelor- und Masterabschluss gleichkommt”, beschreibt Schwarz.

Es gibt eben nicht nur den einen Weg, um Karriere zu machen, sondern zwei: den bewährten Weg der dualen Ausbildung und der Aufstiegsfortbildung im Anschluss und den eines Hochschulstudiums.

Die Lücke im Lebenslauf, das unbeendete Studium, zu verschweigen, davon rät Dr. Egbert Schwarz bei der Bewerbung ab. “Mit Transparenz und Klarheit fährt man am besten. Wenn man eine offene Kommunikation pflegt, ist das für viele Personalchefs gar nicht so ein großes Manko, wie viele glauben”, kennt der IHK-Mitarbeiter durch die enge Zusammenarbeit mit Unternehmen auch deren Sichtweisen. In der Findungsphase mit Anfang 20 sei nicht jeder in der Lage, die richtige Entscheidung fürs Leben zu treffen. Zu merken, dass ein Studium nicht das Richtige für einen ist, sei eine wertvolle Erkenntnis – für einen selbst und für Unternehmen, die händeringend nach Fachkräften suchen, die anpacken können: “Wenn wir erfolgreich Studienabbrecher an das duale Ausbildungssystem vermitteln, ist das ein aktiver Beitrag, um den Fachkräftemangel in den Griff zu kriegen.” Mit Menschen wie Fabian Schmitt ist der erste Schritt dorthin bereits getan…

 

* Name von der Redaktion geändert

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