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So schützen Sie sich vor digitalem Burnout

Psychische Überlastung durch ständige Erreichbarkeit im Berufsleben

Vor einiger Zeit haben wir Ihnen das Konzept Telepressure vorgestellt, das die ständige Erreichbarkeit, auch im Berufsleben, und den damit einhergehenden Einfluss auf die Psyche beschreibt. Gerade Smartphones stellen hierbei das ideale Medium dar, um in vielerlei (privaten) Situationen Nachrichten, auch beruflicher Art, zu checken und zu beantworten. In diesem Beitrag wollen wir nun einen Schritt weitergehen und beleuchten die Burnout-Gefahr, die durch die ständige digitale Erreichbarkeit einhergehen kann. 

Der Mensch ist darauf gepolt, Signalfarben wie Rot oder Neongelb sofort zu bemerken und ihnen Aufmerksamkeit zu schenken. Warum sonst sind die kleinen Kreise im rechten oberen Eck jeder App in roter Farbe gehalten? Es springt einem sofort ins Auge und suggeriert durch den Rotton: Achtung, hier ist etwas Wichtiges! Die Folge: Wir tippen auf die App und lesen die Nachricht, egal ob E-Mail-Programm oder Messenger-Dienst. Und in vielerlei Fällen antworten wir sofort auf die Nachricht und wenn wir dies nicht sofort tun, schwirrt uns der Inhalt derer so lange im Kopf herum, bis wir doch nachgeben und eine Antwort abschicken. Im privaten Bereich mögen die Nachrichten weniger mit Aufgaben oder Deadlines zu tun haben, aber im beruflichen Kontext kann die ständige Erreichbarkeit auf digitalem Wege zu echten Problemen führen. Nichts mehr mit Abschalten im Urlaub, der Auszeit am Wochenende oder dem Entspannen im wohlverdienten Feierabend. Gerade, weil das Smartphone für sehr viele von uns ein ständiger Alltagsbegleiter geworden ist, verschwimmen die Grenzen zwischen Job und Privatleben, vor allem wenn man sein Handy auch für berufliche Zwecke nutzt. 

Wie in unserem Telepressure-Artikel beschrieben, raubt uns die ständige Erreichbarkeit schlussendlich viel unserer Energie und unsere Produktivität leidet, da wir, nachrichtentechnisch gesehen, auf sehr vielen Hochzeiten tanzen. Die ersten Gegenmittel haben wir auch in dem genannten Artikel zusammengefasst. Was tun jedoch, wenn der digitale Burnout gar nicht mehr so weit entfernt scheint?

Der digitalen Burnout-Falle entkommen

Professor Alexander Markowetz hat als Experte für digitale Technologie sein Wissen darüber mit psychologischen Ansätzen verknüpft und diese Erkenntnisse in seinem Buch “Digitaler Burnout” dargelegt. Dazu hat er das Handynutzungsverhalten von 60.000 Smartphone-Nutzern analysiert. So wissen wir nun, dass wir unser Handy jeden Tag etwa 55 Mal in die Hand nehmen, täglich zweieinhalb Stunden unser Smartphone nutzen und jede Viertelstunde nach unserem Mobiltelefon greifen, um Neuigkeiten zu checken und den Bildschirm des Handys schalten wir bis zu 88 Mal an. Auch während der Arbeit! In Kombination mit den aufploppenden Nachrichten am Bildschirm und Telefonanrufen werden Arbeitnehmer so jeden Tag mit zahlreichen Störungen konfrontiert. Die Studienergebnisse machen ebenfalls deutlich, dass wir aufgrund unseres Nachrichtenverhaltens nur etwa 18 Minuten am Stück arbeiten können. Wie schützt man sich nun vor dem digitalen Ausbrennen?

6 Tipps, um seine Gesundheit auch im digitalen Alltag zu schützen und ein Burnout zu vermeiden

  • Tipp 1: Deaktivieren Sie Benachrichtigungen am Bildschirm und legen Sie Zeiten fest, in denen Sie Ihre E-Mails bearbeiten. Teilen Sie dies auch Ihrem Team mit, dass Sie sie nur in dringenden Fällen über den Firmen-Messenger kontaktieren sollen.
  • Tipp 2: Scheuen Sie sich nicht vor Konflikten mit Ihrem Team, wenn Sie feste Nachrichtenfenster einplanen. Auf Dauer gesehen sind Sie dadurch wesentlich produktiver als in den Zeiten, in denen Sie die Bitten Ihrer Kollegen schnellstens erledigt haben. In Projektarbeiten sollten Sie natürlich auf die Deadlines achten, dennoch können Sie im normalen Arbeitsalltag von zeitlichen Abgrenzungen nur profitieren.
  • Tipp 3: Nutzen Sie Ihr Smartphone nicht für berufliche Zwecke, dann legen Sie auch für Ihr Handy Nutzungszeiten fest. Etwa in der Mittagspause oder auch erst nach Feierabend. Schalten Sie Ihr Mail-Programm aus und nutzen Sie auch dieses nur in festgelegten Zeiträumen. 
  • Tipp 4: Um Social-Media-Aktivitäten zu reduzieren, kann man auf einigen Smartphones Bildschirmzeiten festlegen und speziell pro App einstellen, wie lange man diese pro Tag nutzen darf. Das kleinere Zeitfenster konditioniert uns, die Nutzungsdauer effizient zu gestalten.
  • Tipp 5: Gerade die Unternehmenskultur schafft einen wesentlichen Beitrag dazu, dass sich Mitarbeiter weniger gestresst fühlen. So können Vereinbarungen über private Ruheinseln ohne geschäftlichen Kontakt oder flexible Arbeitszeitmodelle mit Entspannungspausen eingeführt werden. Um den persönlichen Zustand eines Mitarbeiters zu erfragen, gerade in Home-Office-Zeiten, sollte die Führungskraft regelmäßig Feedback einholen, um ihrerseits dem Burnout ihres Mitarbeiters entgegenzuwirken.
  • Tipp 6: Merken Sie jedoch, dass Sie körperliche Einschränkungen haben, etwa an anhaltenden Rücken,- Kopf- oder Nackenschmerzen leiden und einen wachsenden Einfluss auf Ihre Psyche spüren, dann sind Psychotherapeuten an Ihrer Seite, die Sie ambulant behandeln können, ohne dass Sie lange Fehlzeiten verbuchen müssen.

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