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Wie steht es um die Vertrauenskultur in Unternehmen?

Vertrauen ist gut, Kontrolle aber besser?

Corona hat die meisten von uns ins Home Office geschickt und die Arbeitswelt damit ein Stück weit überrumpelt: Plötzlich sahen sich viele Unternehmen gezwungen, der Digitalisierung ihren Lauf zu lassen und ihre Mitarbeiter von zu Hause aus arbeiten zu lassen. Arbeitsabläufe und -strukturen mussten neu verhandelt werden. Grundlegend dabei war das Vertrauen in die Mitarbeiter, was uns zur Frage inspirierte: Wie sieht es mit der Vertrauenskultur in Unternehmen aus?

Neue Herausforderung als Chance

Mit der Corona-Krise kam die Chance auf, die Arbeitsweise neu zu definieren. Home-Office-Lösungen mussten bereitgestellt, neue Kommunikationswege gefunden werden. Laut der Manager-Barometer Sonderbefragung "Corona" waren Arbeitnehmer vor der Pandemie weniger als einen Tag pro Woche im Home Office, während nun 3,7 bis 4,2 Tage im eigenen Heim gearbeitet wurde. In Zukunft soll die Heimarbeit verstärkt auf der Tagesordnung stehen.

Einige Unternehmer bzw. Chefs jedoch sahen in der neuen Regelung auch einige Schwachstellen: Wie arbeitet mein Mitarbeiter? Wie teilt er sich seine Zeit ein? Wie trennt er Privatleben von Beruflichem? Kriegt er seine Aufgaben auch zu Hause erledigt? Grundvoraussetzung dafür war zunächst die Einrichtung des perfekten Home Offices, sodass auch in den eigenen vier Wänden produktiv gearbeitet werden kann. Doch wie sieht es in Sachen Kommunikation oder gar Kontrolle aus?

Auf diese Führungsqualitäten kommt es während der Corona-Krise an

Viele Arbeitgeber werben in Stellenausschreibungen damit, “flache Hierarchien” zu pflegen und jedem Mitarbeiter die Chance zu geben, sich einbringen und mitgestalten zu können. Dieser Ansatz impliziert, dass man seinen Angestellten Raum und Vertrauen schenkt, um die Entfaltung des Potenzials zu fördern. Damit kommen wir der Sache näher: Im Home  Office muss sich die Führungskraft darauf verlassen, dass der Arbeitnehmer seine Aufgaben vollständig, eigenständig und zufriedenstellend erledigt. Das Konzept Führung auf Distanz wird immer wichtiger und nimmt eine zunehmend zentralere Rolle im Eigenschaften-Portfolio eines guten Vorgesetzten ein. Gerade in Zeiten von Digitalisierung und neuen Medien müssen Unternehmen agil sein und sich auf neue Entwicklungen flexibel einstellen. Diese Anforderung wird auch den Chefs immer bewusster, die dadurch ihren Führungsstil anpassen müssen. Doch wie baut man eine Vertrauenskultur so auf, dass die Bedürfnisse aller Seiten abgedeckt werden?

Schlechte Maßnahmen – No-Gos

  • Rufen Sie Ihre Mitarbeiter nicht aus belanglosen Gründen an, um zu überprüfen, ob sie am Arbeitsplatz sind und ihre Arbeit verrichten. Je öfter dies vorkommt, desto kontrollierter fühlen sich Ihre Angestellten.
  • Textnachrichten über soziale Netzwerke mit denselben Hintergründen sind ebenfalls keine gute Wahl. Auch ihre Mitarbeiter haben ein Privatleben.
  • Manche Unternehmen griffen in der Home-Office-Zeit zu der Maßnahme, dass die Angestellten die Webcam des Rechners anschalten mussten, sobald sie mit der Arbeit begannen.
  • Stellen Sie keine Anforderungen an die Mitarbeiter, die Sie nicht selber (vor-)leben.

So sehen gute vertrauensfördernde Maßnahmen aus

  • Sprechen Sie offen mit allen Arbeitnehmern. Beziehen Sie sie in Ihre Pläne mit ein und lassen Sie konstruktive Vorschläge zu. Eine offene Kommunikationskultur fördert die gegenseitige Akzeptanz und schlussendlich auch das Vertrauen zueinander, gemeinsam das Projekt “Arbeitsalltag” zu formen.
  • Zufriedene Mitarbeiter verhalten sich loyal dem Arbeitgeber gegenüber, sodass sie auch im Home Office ihrer Arbeit geregelt nachgehen. Wer sich auf der Arbeit wohlfühlt, arbeitet gerne und zuverlässig. Es ist ein Trugschluss zu glauben, dass nur Kontrolle alles in die richtigen Bahnen lenkt. Das gesunde Maß ist, wie in vielen anderen Lebensbereichen, auch hier das ideale Mittel zum Zweck.
  • Seien Sie Vorbild! Wer authentisch führt, gewinnt automatisch den Respekt seiner Mitarbeiter. Was jedoch nicht heißt, dass “Respekt” gleich “Macht” bedeutet. Zeigen Sie Ihren Arbeitnehmern gegenüber Offenheit, Anerkennung, Wertschätzung und Ehrlichkeit. Wem diese Werte entgegengebracht werden, reagiert meist in derselben Manier.
  • Arbeiten Sie am gemeinsamen Wertesystem des Teams. Wenn alle am gleichen Strang ziehen, arbeiten alle auf das Ziel zuverlässig hin. Daher ist schon bei der Rekrutierung eines neuen Kollegen wichtig, ihn auch menschlich unter die Lupe zu nehmen.
  • Beziehen Sie Ihr Team in Ihre Entscheidungen mit ein. Entwerfen Sie ein gemeinsames Konzept, etwa wie die künftige Zusammenarbeit aussehen soll oder was getan werden muss, um die Ziele für das kommende Jahr zu erreichen. Erwecken Sie jedoch nicht den Eindruck, dass Sie alles an Ihre Mitarbeiter abgeben! Arbeiten Sie an allen wesentlichen Punkten mit und zeigen Sie Einsatz für Ihr Team. Dieses wird es Ihnen mit Vertrauen und Wertschätzung danken.
  • Schulen Sie stetig Ihren Führungsstil! Reflektieren Sie, wie Sie mit Mitarbeitern umgehen und wie Sie Ihr Team führen. Niemand ist perfekt, sodass niemand mehr an sich arbeiten müsse. Hinterfragen Sie sich und stellen Sie sich auf die Probe: Wäre ich der Chef, den ich selber gerne hätte? Würde ich mir selbst vertrauen? Nur wer auch als Führungskraft weiter an sich arbeitet und sich den neuen Herausforderungen anpasst, zeigt Bereitschaft für andere, besser auf die Bedürfnisse des Teams zugeschnittene Wege.

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