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Was muss ich als Arbeitnehmer:in in Sachen Inflation beachten?

Das müssen Sie jetzt wissen

Überall ziehen die Preise an und weniger Produkte für das gleiche Geld landen im (virtuellen) Einkaufswagen. Die Inflation ist momentan auf dem zweithöchsten Stand seit fast 30 Jahren. Die Inflationsrate liegt derzeit bei 5,2 %, im Juni 1992 lag sie bei 5,8 %. Welche Auswirkungen dies auf Sie als Arbeitnehmer:in hat, zeigen wir Ihnen jetzt.

Auswirkungen der Inflation auf den Arbeitsmarkt und das Arbeitnehmertum

Ob nun beim Treibstoff für die tägliche Fahrt zur Arbeit, beim Wochenendeinkauf oder bei den Fixkosten wie Miete oder Strom: Derzeit steigen überall die Preise. Schuld daran ist die Inflation. In Zeiten von Inflation ist überproportional mehr Geld im Umlauf, sodass Waren und Dienstleistungen dementsprechend teurer werden. Was Sie also zuvor für 50 Euro erwerben konnten, kostet im Schnitt deutlich mehr Geld. Sie bekommen de facto weniger für das gleiche Geld.

Doch wie wirkt sich dies auf die Arbeit im Allgemeinen aus?

Scheinbar gestiegene Löhne

Wenn das Gehalt soweit steigt, dass Sie in die nächsthöhere Steuerklasse oder den nächsthöheren Steuersatz rutschen, erhöhen sich damit auch die steuerlichen Abgaben. Dadurch verlieren Sie, grob gesprochen, auf zweifachem Wege an Geld: Erstens haben Sie weniger Kaufkraft durch die Inflation, zweitens haben Sie mehr Steuerabgaben. Dadurch ist Ihr Lohn nur scheinbar gestiegen. Es kann sogar damit enden, dass Sie dadurch über Jahre hinweg weniger Geld in der Tasche haben. In diesem Fall spricht man von einer kalten Progression.

Beschäftigung

Was Beschäftigung im Kontext der Inflation angeht, fällt häufig der Begriff der Phillips-Kurve, die von den amerikanischen Wirtschaftsnobelpreisträgern Paul Anthony Samuelson und Robert Merton Solow auch auf die Inflationsrate bezogen wurde. Sie beschreibt den konträren Zusammenhang von Inflationsrate und Beschäftigungsrate. Heißt, eine hohe Inflationsrate fördert eine niedrige Beschäftigungsquote und umgekehrt. Doch Kritik an dieser Theorie wurde laut, würde diese doch suggerieren, dass man frei wählen könnte, welche volkswirtschaftliche Strategie man anstrebe. So äußerte sich Altkanzler Schmidt in den Siebziger-Jahren wie folgt: “Lieber 5 Prozent Inflation als 5 Prozent Arbeitslosigkeit.“

Heute ist man weg von dieser Schwarz-Weiß-Denkweise und sieht die Inflationsrate nicht mehr als Gegenpol der Beschäftigungsquote an. Ökonomen sehen eher in der Wechselwirkung von Inflationsrate und wirtschaftlicher Lage einen wesentlichen Faktor in Sachen Beschäftigung.

Tariflöhne

Auch Tarifbeschäftigte sind Benachteiligte der Inflationswelle. Verzeichneten diese 2020 aufgrund einer niedrigen Inflationsrate einen guten Reallohnzuwachs, änderte sich dies 2021, sodass sich die Löhne erstmals wieder unter dem Inflationsniveau befanden. Expert:innen zufolge könnten Gewerkschaften dadurch auf massive Tariflohnzuwächse drängen. Das hat diesen Effekt zur Folge: Personalkosten steigen, wodurch sich die Preise für Waren und Dienstleistungen erhöhen werden, was wiederum zur Inflation beiträgt (s. oben). Eine Lohn-Preis-Spirale wäre in Sicht. Da es Gewerkschaften heutzutage jedoch schwerer haben, Tariferhöhungen durchzusetzen, ist dieser Effekt zunächst noch abzuwarten.

Bis bald im kursfinder.de-Wissensguide!


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