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Weiterbildung steuerlich absetzen


Weiterbildung von der Steuer absetzen – so funktioniert's!

Weiterbildung steuerlich absetzenDie Kosten für berufliche Weiterbildung können Sie von der Steuer absetzen. Wann Bildungskosten in Ihrer Steuererklärung berücksichtigt werden und welche Ausgaben Sie angeben dürfen, hat Dr. Elke Lehmann, Steuerberaterin und Ausbildungsleiterin an der Berliner GFS Steuer- und Wirtschaftsfachschule GmbH für Sie zusammengefasst.

von Dr. Elke Lehmann, GFS Steuer- und Wirtschaftsfachschule GmbH

Zunächst einmal, Sie waren fleißig und haben Zeit und Energie und nicht zuletzt Geld in Ihre berufliche Zukunft investiert und sich weitergebildet? Dann seien Sie stolz auf sich, Sie haben schon viel gewonnen! Zusätzlich können Sie sich jetzt auch vom Staat für Ihr Streben nach Wissen belohnen lassen und sich einen Teil Ihrer Ausgaben über die Steuererklärung zurückholen. Dabei gilt es, wie in allen Steuerfragen, das ein oder andere zu beachten.

Wann Ausbildungkosten zu Werbungskosten zählen

Nicht für jede Aus- oder Weiterbildung lassen sich die Kosten unter den Werbungskosten veranschlagen. Für den Gesetzgeber ist es wichtig, dass es sich um eine berufliche Weiterbildung und nicht um eine Erstausbildung handelt. Es sei denn, die Erstausbildung ist an ein Dienstverhältnis gekoppelt und erbringt ein Einkommen, dann fallen die entstehenden Kosten ebenfalls unter die Werbungskosten.

Abgesehen von dieser Ausnahme fallen Ausbildungs- und Weiterbildungskosten unter die Werbungskosten, wenn sie nach einer abgeschlossenen Erstausbildung (Umfang der vorangegangenen Erstausbildung min. 12 Monate mit abschließender Prüfung) stattfinden. Als solche Zweitausbildung zählt beispielsweise ein Zweitstudium, ein weiterbildendes Masterstudium oder die Promotion. Ein Bachelorstudium können Sie als Werbungskosten steuerlich absetzen, wenn ihm eine Berufsausbildung vorangegangen ist. Auch die Ausgaben für eine Zweitausbildung oder eine berufliche Weiter- bzw. Fortbildungsmaßnahme können in vollem Umfang als Werbungskosten oder Betriebsausgaben abgezogen werden, wenn eine berufliche Veranlassung gegeben ist.

Umschulungskosten werden als vorab entstandene Werbungskosten verbucht, insofern ein konkreter Zusammenhang mit späteren Einnahmen nachgewiesen wird und es sich nicht um eine Erstausbildung handelt.

Weiterbildungsmaßnahme benötigt beruflichen Bezug

Voraussetzung, um Aus- und Weiterbildungs- bzw. Fortbildungskosten steuerlich absetzen zu können, ist eine nachvollziehbare Erklärung gegenüber dem zuständigen Finanzamt hinsichtlich des konkreten beruflichen Nutzens der Bildungsmaßnahme. Das heißt grob gesagt, wenn Sie nicht gerade Gastronom sind, müssen Sie den Kochkurs selbst zahlen, den Englischkurs können Sie dagegen, soweit Sie beruflich Englischkenntnisse benötigen, geltend machen.

Auch, dass es sich um eine fortführende Bildungsmaßnahme handelt, muss der Steuerpflichtige dem Finanzamt mitteilen. Sie sollten daher im Mantelbogen zur Einkommenssteuererklärung die genaue Berufsbezeichnung bzw. den vorhandenen Studienabschluss eintragen.

(Stand 19.01.2016)

>> Seite 2: Wie Sie Ihr Studium von der Steuer absetzen

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