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Telepressure ade! Mehr Mut zur Nichterreichbarkeit

5 Tipps, wie Sie dem Druck der permanenten Bereitschaft entkommen

Das Smartphone vibriert. Wie automatisch greift die Hand danach. Am Wochenende mal eben dienstliche Mails zu checken, ist zum Ritual geworden. Auf die WhatsApp-Nachricht vom Kollegen folgt unmittelbar eine Antwort. Ständige Erreichbarkeit gehört für viele zum Leben dazu. Doch Telepressure, das Gefühl, permanent auf Nachrichten reagieren zu müssen, ist nicht gesund. Die Corona-Pandemie hat das Phänomen verstärkt. Sie hat einerseits die Sehnsucht nach sozialen Kontakten vergrößert, sie hat andererseits durch die Arbeit vieler im Home Office den Druck verschärft: Viele Mitarbeiter glauben, dass sie nun ständig erreichbar sein müssen, um zu zeigen, dass wie wirklich arbeiten. Wohingegen es auch Führungskräfte gibt, die ihren Mitarbeitern genau das suggerieren. Gesund ist dieses Verhalten nicht.

Beruflicher Druck und soziale Verpflichtung

Manch einer erinnert sich noch an die Rufbereitschaft. Diese war früher in Unternehmen Gang und Gäbe. Heute finden wir sie unter diesem Namen fast ausschließlich in der Industrie oder im Rettungsdienst. Stattdessen ist durch schnelle Kommunikationsmedien die ständige Bereitschaft zur Selbstverständlichkeit geworden: Vorm Schlafengehen schnell noch eine Nachricht an den Kunden schicken, im Firmenchat noch eine kurze Notiz an den Chef hinterlassen und wenn der Kollege einem im Urlaub anruft, weil er eine Frage hat, ist es normal geworden, das Notebook hochzufahren und ihm unter die Arme zu greifen. Die Gründe dafür sind nachvollziehbar: Wir stehen beruflich unter Druck, wollen zum Team dazugehören und dann ist da noch das Stück menschliche Neugier, das die Hand automatisch zucken lässt, sobald das Handy einen Mucks von sich gibt. 

Das Phänomen von Telepressure begegnet uns jedoch nicht nur im Berufsleben. Wer sich und sein Umfeld beobachtet, merkt schnell, dass es sich durch alle Bereiche des Lebens zieht. Die Angst, etwas zu verpassen, ist bei vielen gegeben. Wer geht heute schon ohne Handy aus dem Haus? Wer kontrolliert beim Nachhausekommen nicht den Anrufbeantworter des Festnetzanschlusses? Wer scrollt nicht jeden Tag durch die Timeline seiner Social-Media-Kanäle, um zu sehen, was sich bei anderen so alles tut?

Was ist daran so schlimm?

Vielleicht fragen Sie sich jetzt beim Lesen, was an diesem Verhalten so schlimm ist. Wir stehen dadurch unter permanentem Erwartungsdruck. Wer immer sofort auf Nachrichten reagiert, im Urlaub auf Dienstmails antwortet, im Firmenmessenger stets präsent ist oder selbst der Freundin per WhatsApp binnen weniger Minuten antwortet, von dem wird das schnell wie selbstverständlich erwartet. Und was macht das mit einem? Es raubt einem die Auszeit und schmälert die Erholung. Die Zeit, um wieder Energie zu tanken, leidet unter Telepressure, so dass damit langfristig Leistungseinbußen einhergehen. Lässt man sich von jeder Nachricht, die eintrudelt, lenken, so leidet die Konzentrationsfähigkeit und Produktivität, weil man seine Aufgaben permanent unterbricht. Ist der Telepressure besonders hoch, wird zudem das Burnout-Risiko befeuert.

Was gegen Telepressure tun?

Um dem Druck der permanenten Erreichbarkeit zu entkommen, haben wir 5 Tipps für Sie:

1. Auszeiten schaffen

Wichtig ist, sich selbst Auszeiten einzuräumen, in denen man nicht erreichbar ist. Das können einzelne Stunden am Tag sein, an denen man das Handy ausschaltet, den Computer Computer sein lässt und es mal hinnimmt, das Festnetztelefon einfach klingeln zu lassen. Es können aber auch Zeiträume wie das Wochenende oder der Urlaub sein, in denen man das Diensthandy bewusst ausgeschaltet in der Aktentasche lässt, man sich vielleicht sogar im privaten Bereich ein bisschen Medien-Detox gönnt, um sich bewusst auf das zu fokussieren, was man gerade tut.

2. Selbstkontrolle lernen

Wenn gerade keine Auszeit ansteht, kann man sich in Selbstkontrolle üben. Für eine Antwort auf eine E-Mail ist noch in einer Stunde Gelegenheit. Auf die SMS der Mutter lässt sich noch in der Mittagspause antworten. Es muss nicht immer alles sofort sein. Wenn das Smartphone vibriert, einfach nicht beirren lassen und weitermachen mit dem, was Sie gerade tun.

3. An Selbstreflexion arbeiten

Um sich gegen Telepressure zu wappnen, ist vor allem Selbstreflexion angesagt. Man muss das eigene Verhalten in Bezug auf Telekommunikation beobachten. Wie reagiere ich, wenn das Telefon klingelt? Was unternehme ich, sobald ich eine E-Mail-Benachrichtigung erhalte? Wann antworte ich, wenn der Messenger eine neue Nachricht angekündigt hat? Ist die Reaktionszeit kurz, sollte man sich die nächste Frage stellen: Warum habe ich das Bedürfnis, unmittelbar reagieren zu müssen? Ist man sich der Antwort auf diese Frage bewusst, weiß man schnell, wo das eigentliche Problem liegt.

4. Strukturen schaffen

Klar, ganz ohne Telekommunikation geht es nicht. Doch um dem Telepressure zu entkommen, lohnt es sich, feste Strukturen für Telekommunikation zu schaffen, z.B. drei kurze Zeitslots am Arbeitstag, an denen man auf E-Mails reagiert, Nachrichten im Messenger beantwortet und Telefonate tätigt. Dasselbe lässt sich aufs Privatleben übertragen: Zwei Mal täglich das private Postfach checken reicht. Es muss nicht im Zwei-Stunden-Takt sein. Wenn etwas wirklich dringend ist, meldet sich der andere zweifelsfrei telefonisch bei Ihnen. Auch für die Nutzung von Messengern oder Social Media lassen sich solche Strukturen festlegen.

5. Verhalten kommunizieren

War man bisher jemand, der dem Telepressure nicht standhalten konnte, wird es vermutlich das Umfeld überraschen, wenn die Reaktion auf eine Nachricht, einen verpassten Anruf oder eine Mail auf einmal erst einige Zeit später erfolgt. Um Verständnis zu schaffen, hilft es, das neue Verhalten zu kommunizieren. Aber Vorsicht: Gehen Sie dabei nicht in eine Rechtfertigungshaltung. Erklären Sie einfach nur, weshalb Sie Ihre Gewohnheit umgestellt haben und welche Vorteile das für Sie mitbringt. Mit Argumenten fällt es anderen leichter, Ihr Verhalten nachzuvollziehen. Vielleicht nehmen sie sich sogar ein Beispiel an Ihnen und versuchen selbst aus der Falle des Telepressure zu entkommen.


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