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8 Fehler, die junge Führungskräfte häufig machen

Wie Sie sicher und erfolgreich im Chefsessel ankommen

Plötzlich Führungskraft! Und nun? Einfach mal gucken? Einfach mal machen? Mit dieser Einstellung gehen vor allem Nachwuchsführungskräfte ihre neue Rolle an. Sie finden die berufliche Herausforderung aufregend, wollen probieren, verändern und am liebsten das ganze Unternehmen revolutionieren. Doch Vorsicht! Eine Führungsrolle ist kein Spiel, bei dem man einfach mal machen, hoch pokern oder eine Runde aussetzen kann. Gute Führung ist anspruchsvoll. Neben fachlicher Expertise fordert sie vor allem Fingerspitzengefühl auf sozialer Ebene. Emotionale Führungsqualitäten sind gefragt! Ehe Sie also einfach so mit der Tür ins Haus fallen, zeigen wir Ihnen 8 Fehler auf, die junge Führungskräfte gerne machen. Wenn Sie erfolgreich im Chefsessel ankommen wollen, sollten Sie um diese Fehler lieber einen großen Bogen machen.

1. Den Vorgänger kopieren

In die Fußstapfen eines Vorgängers zu treten, der ein Team über mehrere Jahre oder gar Jahrzehnte geführt hat, ist keine leichte Aufgabe. Verständlich, dass der Respekt groß ist, den gerade junge Führungskräfte ihrem Vorgänger gegenüber aufbringen. Allerdings sollten Sie nicht außer Acht lassen, dass die Entscheidung für die Nachfolge nicht grundlos auf Sie gefallen ist: Offenbar erhofft man sich frischen Wind. Versuchen Sie also nicht, Ihren Vorgänger zu kopieren, sondern bleiben Sie authentisch. Wer weiß denn schon, ob Ihr Vorgänger auch wirklich besser geführt hat oder nicht? Entwickeln Sie Ihren eigenen Stil und bleiben Sie sich selbst treu.

2. Ohne Selbstreflexion in den Chefsessel

Ein Fehler, den viele junge Führungskräfte machen, ist, einfach mal loszulegen. Das Problem ist, dass ihnen dabei selbst nicht so klar ist, in welche Richtung sie rudern und ob das überhaupt die passende Richtung ist. Wer also Führungsverantwortung zugesprochen bekommt, sollte zunächst einmal in sich kehren und sich selbst reflektieren. Überlegen Sie, mit welchen Führungskräften Sie bisher selbst zu tun hatten. Welche Eigenschaften haben diese für Sie zu einem guten oder schlechten Chef gemacht? Was würden Sie gerne genauso machen und was komplett anders? Gehen Sie in sich und werden Sie sich darüber klar, welche Werte und Einstellungen Sie als Führungskraft vertreten wollen.

3. Alles selbst machen wollen

Früher Fachkraft, heute Führungskraft: Die Gefahr besteht, dass man als frischgebackene Führungskraft weiterhin gerne anpackt und anderen Aufgaben abnimmt. Das ist ein guter Wesenszug, der einen als Führungskraft jedoch schnell an seine Grenzen bringt: Führungskräfte müssen delegieren können. Andernfalls verzetteln sie sich leicht und Führungsaufgaben kommen zu kurz. Einen Großteil ihrer Arbeitszeit sollten Führungskräfte für Führungs- und Steuerungsaufgaben aufwenden. Fachaufgaben sollten sie nur dann übernehmen, wenn sie von niemand anderem erledigt werden können.

4. Fokus aufs operative Geschäft legen

Viele Nachwuchsführungskräfte machen den Fehler und wollen sofort loslegen. Sie krempeln die Ärmel hoch, sobald sie im Chefsessel Platz genommen haben und legen den Fokus in der Anfangszeit zu sehr aufs operative Geschäft. Das fördert eine angespannte Situation im Team. Denn dieses ist natürlich zunächst einmal neugierig, wer der Neue ist und wie er so tickt. Kümmern Sie sich deshalb erst einmal um Ihr Team. Alles andere kann warten. Suchen Sie das Gespräch mit den Mitarbeitern, gerne auch einzeln. Machen Sie deutlich, was Ihnen bei der Arbeit wichtig ist, welche Werte Sie vertreten und geben Sie dem Team die Möglichkeit, Sie kennenzulernen. Im Umkehrschluss sollten auch Sie die Möglichkeit nutzen, Ihr Team kennenzulernen. Das ist wichtig für die Zusammenarbeit!

5. Fehlende Wertschätzung der Mitarbeiter

Viele junge Führungskräfte haben das Problem, dass sie vor allem bei älteren Mitarbeitern leicht anecken oder diese an schwierig empfinden. Die Ursache des Problems sind dabei häufig die jungen Chefs selbst. Sie sehen, dass die jüngeren Kollegen Entwicklungen vorantreiben, innovative Ideen einbringen und offener dafür sind, neue Dinge auszuprobieren. Was sie häufig übersehen, sind jedoch die Erfahrungen, die gerade die älteren Mitarbeiter mitbringen. Sie haben vielleicht einen kritischeren Blick auf die ein oder andere Idee, weil sie in größeren Zeiträumen und Zusammenhängen denken und Folgen aufgrund ihrer Erfahrungswerte eher abschätzen können. Für Erfolg und Entwicklung braucht es beides. Deshalb liegt es an Ihnen als Führungskraft, jeden einzelnen Ihrer Mitarbeiter wertzuschätzen und nach Möglichkeit in Entscheidungen und Überlegungen einzubeziehen: die jungen innovativen gleichermaßen wie die alten erfahrenen. Denn Wertschätzung motiviert nachweislich!

6. Übereilte Entscheidungen treffen

Wichtig ist, dass Sie in Ihrer neuen Rolle erst einmal ankommen. Junge Führungskräfte haben häufig den Eindruck, dass sie schnell beweisen müssen, dass sie ihrer Rolle gerecht werden. Das führt manchmal zu voreiligen Entscheidungen, die nicht immer ganz so gut überlegt sind. Gut Ding will Weile haben. Also nutzen Sie lieber die ersten ein, zwei Wochen, um sich einzuarbeiten und einen umfassenden Überblick zu gewinnen. Danach sind Sie in der Lage, klare Entscheidungen zu treffen, die Sie gut begründen können und nicht bereuen müssen.

7. Zu schnell Veränderungen durchsetzen wollen

Natürlich haben Sie schon ganz viele Ideen, was sich in der Abteilung verbessern lässt, wie sich Prozesse optimieren lassen und wo man vielleicht schlanker arbeiten kann. Das ist völlig normal: Schließlich wird von Seiten des Managements durch einen Wechsel in der Führung oftmals Veränderung gewünscht. Aber: Sie werden scheitern, wenn Sie versuchen, sofort alles auf den Kopf zu stellen. Das vermittelt Ihrem Team den Eindruck, dass alles, was es bisher geleistet hat, nicht gut war. In einem Veränderungsprozess muss das Team mitgenommen werden. Versuchen Sie nachzuvollziehen, warum die Dinge so gemacht werden, wie sie gemacht werden. Indem Sie das wertschätzen, was das Team bisher geleistet hat, gelingt es Ihnen auch besser, das Team von Neuem zu überzeugen.

8. Konflikten aus dem Weg gehen

Bloß nirgends anecken! Junge Führungskräfte sehen sich häufig eher als Coach als als Chef und versuchen der Harmonie willen alles, was nicht ganz so gut läuft, unter den Teppich zu kehren. Durch Aussitzen löst man allerdings keine Probleme. Konfliktmanagement sieht anders aus. Es ist Aufgabe der Führungskraft, Konflikte und Meinungsverschiedenheiten im Team zu lösen. Versuchen Sie also nicht, Konflikten aus dem Weg zu gehen, sondern sprechen Sie diese offen an und treffen Sie konkrete Vereinbarungen, um sie nachhaltig aus dem Weg zu schaffen.

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